Shitstorm zieht weite Kreise Werder Bremen verärgert über Wiesenhof-Werbung

Von Nadine Sieker | 27.06.2016, 17:51 Uhr

Nicht nur die Netzgemeinde hat der Fleischproduzent Wiesenhof mit seinem neuen Werbespot verprellt. Auch Werder Bremen war über den zweideutigen Clip mit Atze Schröder nicht amüsiert. Wiesenhof ist Hauptsponsor des Bremer Fußballvereins.

„Wir sind durch die Unruhe im Netz am Sonnabend auf diesen unsäglichen Spot aufmerksam geworden und haben uns wie viele unserer Fans darüber sehr geärgert“, sagte Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald dem „Weser Kurier“. Stein des Anstosses ist ein Werbespot des Fleischproduzenten, der auch Hauptsponsor von Werder Bremen ist. Darin bewirbt Comedian Atze Schröder mit den für ihn typischen derben Sprüchen und sexuellen Anspielungen eine Bratwurst. Zweideutig spielt er auf das Thema Größe an und sagt: „Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie.“

Shitstorm gegen Wiesenhof und Atze Schröder

Die frühere „Germany’s Next Top Model“-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink wehrt sich derzeit vor Gericht gegen den Vorwurf, zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt zu haben. Internetnutzer sahen in dem Clip eine Anspielung auf die angebliche Vergewaltigung Lohfinks. Es entbrannte ein Shitstorm gegen Wiesenhof und Atze Schröder. Wiesenhof nahm das im März 2016 veröffentlichte Video von der Plattform Youtube. Lohfink äußerte sich bereits im Januar zu dem Vergewaltigungs-Fall.

Kontakt zu Fleischproduzenten gesucht

Werder Bremen hat laut Hess-Grunewald umgehend Kontakt zu Wiesenhof gesucht. Der Fleischproduzent hat sich inzwischen entschuldigt. Vor dem Hintergrund der Berichterstattung um Lohfink hätte der Spot so definitiv nicht veröffentlicht werden dürfen, teilte der Marketing-Geschäftsführer von Wiesenhof, Ingo Stryck, mit. „Dafür möchten wir uns in aller Form entschuldigen und haben das Video sofort aus dem Netz genommen.“ Hess-Grunewald sagte dem „Weser Kurier“: „Es war uns sehr wichtig, dass Wiesenhof noch am Sonnabend darauf unmissverständlich reagiert hat.“

Schröder bereut „Dummheit“

Atze Schröder veröffentlichte ebenfalls eine Stellungnahme und betonte, dass der Werbespot niemals hätte veröffentlicht werden dürfen. „Schon gar nicht jetzt, wo er einen Bezug herstellt, der ekelhaft ist und so nie gedacht war. Wurde er aber. Ich entschuldige mich dafür. Wie es so ist im Leben, manchmal denkt man nicht nach und macht eine große Dummheit, die man hinterher bereut." (Mit dpa)