"FC genauso asozial wie Stadt" Kabarettist Somuncu reagiert nach Köln-Aussagen auf heftige Kritik

Von Kim Patrick von Harling | 16.02.2019, 16:45 Uhr

Obwohl Serdar Somuncu selbst in Köln lebt, scheint der Satiriker nicht viel von der Domstadt zu halten. Das machte er in einem Interview deutlich. Dafür erntete er auf Facebook einen Shitstorm. Am Samstagnachmittag meldete er sich zu den zahlreichen Vorwürfen und Beleidigungen zu Wort.

Autor, Schauspieler, Musiker, Satiriker und Politiker (Die Partei): Serdar Somuncu hat viele Talente, auch seine klare Meinung gibt der in Istanbul geborene 50-Jährige zu gerne Preis. So wie jüngst in einem Interview mit der "Rheinischen Post". Im Gespräch mit der regionalen Tageszeitung spricht Somuncu über Rassismus, die Türkei, Morddrohungen, Mesut Özil und die Comedy-Szene in Deutschland. Ebenfalls ein Thema: seine Wahlheimat Köln. Seine Aussagen über die Domstadt sorgten nun für einen waschechten "Shitstorm".

Seitenhieb auf Köln und Fußball-Verein

"Seitdem ich denken kann, liebe ich die Borussia und staune über die realitätsferne Selbstverliebtheit des FC Köln", ätzt Somuncu gegen den Zweitligisten. "Und weil die randalierenden Fans des FC genauso asozial sind wie ihre Stadt, bleibt die Südtribune auch gerne schon mal leer." Zum Verständnis: Die Fans von Mönchengladbach und der 1. FC Köln sind nicht gut aufeinander zu sprechen.

"Ich hasse Karneval"

Auf Somuncu, der in Neuss aufgewachsen ist, kommt eine schwere Zeit zu. Der Kölner Karneval steht vor der Tür, ein Event, auf das der Wahlkölner offensichtlich gerne verzichten kann: "Ich hasse Karneval, an sich und besonders hasse ich Karneval in Köln."

Der 50-Jährige postete das Interview auf seinem Facebook-Account und erhielt nicht ausschließlich Zustimmung. Beiträge wie "Der Kommentar ist mal genauso asi wie das, was du den Kölnern vorwirfst!" oder "Der Typ hat doch einen an der Waffel" finden sich unter Somuncus Post.

Am Samstagnachmittag äußerte sich Somuncu über Facebook selbst zu Wort: "Wie man aus einem ganzseitigen Interview, in dem es zu 95 Prozent um andere Themen geht, eine reißerische Schlagzeile macht, weil man sich als AfD-Sympathisant und FC Fan offenbar angegriffen fühlt und ganz nebenbei alle Vorurteile bestätigt, könnt ihr hier nachlesen", sagte Somuncu und fügte einen Link zum Kölner "Express" ein. "Interessant dazu auch die offen rechtslastigen FB-Kommentare der treuen Leserschaft, die der Express unkommentiert stehen lässt. Alaaf und gute Nacht!"

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