Riffelmacher & Weinberger Warum in Deutschland kein Lametta mehr hergestellt wird

Von Sven Kienscherf | 18.12.2015, 14:56 Uhr

„Früher war mehr Lametta“, heißt es in einem Sketch von Loriot. Nie stimmte das mehr als heute. In diesem Jahr läuft die letzte Lamettaproduktion in Deutschland aus. Aber warum?

Die letzte Firma, die noch Lametta in Deutschland produziert hat, ist Riffelmacher & Weinberger mit Sitz im fränkischen Roth. In diesem Jahr soll Schluss damit sein. Das berichtete zuerst die Süddeutsche Zeitung .

Grund ist die nachlassende Nachfrage. Er weine dem Lametta keine Träne nach, sagte Verkaufsleiter Walter Enzenhöfer. Stattdessen kämen nun neue Weihnachtsprodukte auf den Markt: etwa Girlanden aus Kunststoff.

Leonische Industrie

Das fränkische Unternehmen produziert seit mehr als 90 Jahren Weihnachtsschmuck. Mit dem Ende des Lamettas aus Stanniol endet in Roth eine Jahrhunderte alte Fertigungs- und Wirtschaftstradition. Dort gab es einst mehrere Fabriken, die Lametta produzierten. Die Stadt war das Zentrum der sogenannten Leonischen Industrie, in der Feinmechaniker Metalldrähte und -fäden verarbeiteten - etwa zu Schmuck und Lametta.

50 Tonnen Material

Übrig blieb nur Riffelmacher & Weinberger. Das Unternehmen verarbeitete einst bis zu 50 Tonnen Material jährlich. Zuletzt seien es noch ein paar Hundert Kilo gewesen. Mittlerweile wird der meiste Weihnachtsschmuck in China hergestellt.

 Mit Material der dpa