Pony-WM in Slowenien An der PSG Lähden führt kein Weg vorbei - Gebrüder Schneiders bringen Gold und Bronze mit

Von Helmut Diers | 27.09.2011, 09:59 Uhr

Bei der PSG Lähden hat es in diesem Jahr kräftig „geweltmeistert“ – bei Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften holten die Gespannfahrer des Osthümmlinger Vereins sage und schreibe insgesamt viermal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze. Einzigartig in Deutschland!

Die letzten beiden WM-Medaillen fügten am Wochenende im slowenischen Lipica nahe der italienischen Grenze der Pony-Einspännerfahrer Dennis Schneiders und der Pony-Vierspännerfahrer Daniel Schneiders hinzu. Der 25-jährige Dennis Schneiders (wir berichteten) kam mit der Mannschaftsgoldmedaille nach Hause, sein älterer Bruder Daniel mit der Bronzemedaille in der Einzelwertung.

Nach Dressur und Gelände lag Dennis Schneiders in der Einzelwertung noch voll auf Goldkurs, spürte aber die Konkurrenz dicht im Nacken, die einen Fehler im Hindernisfahren gleich mit der „Holzmedaille“ belohnten. Und dieser Fehler passierte schon beim dritten Tor. Da noch ein weiterer Torfehler und Zeitstrafen dazu kamen, war dem Lähdener das Edelmetall kräftig entglitten. „Ich bin nicht enttäuscht, wollte unter die ersten fünf kommen. Das habe ich erreicht“, sagte Dennis Schneiders. „Bei der Leistungsdichte im Einspännerbereich wird jeder Fehler gnadenlos bestraft.“ Seine erste WM-Medaille bei insgesamt zwei Weltmeisterschaften war mit dem Mannschaftstitel gleich golden. Zur Goldmedaille hat Dennis Schneiders mit Maverick mit seinem vierten Platz in der Dressur und Platz drei im Gelände beigetragen.

Für die deutsche Mannschaft starteten die Einspännerfahrer Dennis Schneiders und Patrick Hanisch (Ennigerloh), die Zweispännerfahrer Dieter Dieter Baackmann und Stephan Koch sowie die Vierspännerfahrer Tobias Bücker (Emsdetten) und Steffen Brauchle (Lauchheim). Aus jeder Anspannungsart floss das jeweils bessere Ergebnis aus den drei Teilbereichen Dressur, Gelände und Hindernisfahren in die Mannschaftswertung ein. Deutschland gewann mit 359,4 Punkten. Silber ging an die Niederlande mit 376,4 Punkten, Bronze an die USA mit 402,4 Punkten. Die Einzelwertung der Einspänner sicherte sich die Dänin Kristina Klindt vor der Schwedin Susanne Ankermark. Bronze nahm die US-Amerikanerin Suzy Stafford mit.

„Ich bin mit meiner Bronzemedaille sehr, sehr, sehr zufrieden“, konnte man in Lipica einen rundum glücklichen Daniel Schneiders erleben. „Alle drei Teilprüfungen liefen gut, was will ich mehr.“ Nach der Dressur hatte der Hufschmied, der erst im zweiten Jahr vierspännig fährt und vor zwei Jahren Weltmeister der Pony-Zweispänner war, bereits Platz drei inne, fiel nach dem Gelände auf Rang fünf zurück, um dann im Hindernisfahren mit einer kontrollierten Aufholjagd wieder auf den Bronzerang in der Einzelwertung zu fahren. Die Goldmedaille wanderte mit Bram Chardon, dem Sohn des Teamweltmeisters Ysbrand Chardon, in die Niederlande. Die Silbermedaille nahm mit Jan de Boer ein weiterer Niederländer in Empfang.

„Die fünfte Pony-WM und das fünfte Mannschaftsgold, besser geht es nicht. Das ist eine tolle Bilanz und ein toller Abschied aus dem Pony-Bereich“, sagte Bundestrainer Ewald Meier aus Meißenheim. Für ihn war es die letzte Pony-WM als Bundestrainer. Im Frühjahr 2013 wird Meier das Amt in jüngere Hände legen – mit einer Bilanz, die weltweit einmalig ist: 24 Medaillen bei fünf Pony-Weltmeisterschaften. Die Konkurrenz geriet nicht erst in Lipica ins Grübeln, wie der Erfolg der Deutschen zu bremsen sein könnte. Bevor Meier aber in den Ruhestand tritt, will er 2012 in Riesenbeck noch einmal den Mannschafstitel bei der Weltmeisterschaft der Vierspänner Großpferde. Dann baut er auch auf den erfolgreichsten deutschen Vierspännerfahrer nach Michael Freund – auf Christoph Sandmann von der PSG Lähden. Wie sollte es auch anders sein?