Philippinerin rettet sich und ihr Baby Geburt im Taifun-Chaos: Das Wunder von Tacloban

11.11.2013, 17:23 Uhr

AFP Tacloban. Eine Flutwelle ergreift ihr Haus, sie muss zu Fuß aus den Trümmern flüchten, bis ein Lastwagen sie in die Notklinik bringt: Inmitten des Taifun-Chaos hat eine Philippinerin dennoch ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht. „Sie ist mein Wunder“, sagt die Mutter.

Im Chaos von Tod und Verwüstung in der von Taifun „Haiyan“ heimgesuchten Stadt Tacloban erklingt der Schrei eines Neugeborenen: In einem zerstörten Gebäude des Flughafens hat Emily Sagalis am Montag ein Mädchen zur Welt gebracht. „Sie ist so wunderschön, ich werde sie Bea Joy nennen, im Gedenken an meine vermisste Mutter“, sagt die 21-Jährige, während ihr Mann Jobert das Baby in den Armen hält. „Sie ist mein Wunder. Ich dachte, ich würde noch mit ihr im Bauch sterben“, sagt die Mutter.

Die glückliche Geburt erscheint tatsächlich wie ein Wunder: Eine Flutwelle packte am Freitag das Haus der Familie in San Jose nahe der Provinzhauptstadt Tacloban. Die ganze Familie wurde fortgespült. Das Dorf wurde zu einem Trümmerfriedhof . Am Montag sagt Jobert, es sei Gottes Wille gewesen, dass er seine Frau lebend in den Fluten wiedergefunden habe.

Emely und Jobert fristen ihr Dasein in den Trümmern, als am Montagmorgen die Wehen einsetzen. „Wir mussten mehrere Kilometer zu Fuß laufen, bevor uns ein Lastwagenfahrer mitnahm“, sagt Jobert. Der Lkw bringt die Hochschwangere nach Tacloban und setzt sie vor dem Notkrankenhaus am Flughafen ab. Die Fruchtblase sei zu dem Zeitpunkt schon geplatzt gewesen, sagt der junge Militärarzt Victoriano Sambale, der zum Geburtshelfer wurde. Aber alles sei noch gut verlaufen. „Dem Kind geht es gut.“

Der Arzt macht sich jetzt große Sorgen um die Mutter. Sie hatte eine Blutung und das Infektionsrisiko sei sehr hoch, sagt Sambale. „Leider haben wir seit gestern keine Antibiotika mehr.“