Norddeutsche Hafenpolitik Kommentar: Und was ist mit den Niederlanden?

Von Dirk Fisser | 02.09.2011, 15:22 Uhr

Absprache ist nie verkehrt. Von daher ist es zu begrüßen, dass Niedersachsen beim Thema Häfen künftig über die Landesgrenze hinausschauen sowie ein neues Hafenkonzept aufstellen will. Es gilt, im Sinne der Steuerzahler Fehlentwicklungen frühzeitig entgegenzuwirken.

Beispiel Offshore-Technologie: Neben Cuxhaven und Emden macht sich nun auch zunehmend Brake in dem Segment breit. Es stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, die Aktivitäten in diesem Bereich auf einen Schwerpunkthafen zu konzentrieren. Denn erstens ist der Erfolg der Technologie nicht gesichert, und zweitens gilt es zu überlegen, was nach der Aufbauphase der Windräder mit den Hafenanlagen geschehen soll. Werden dann wirklich noch drei Standorte benötigt? Natürlich sollte das Land Niedersachsen eine solche Schwerpunktsetzung nicht aufdrängen. Es kann aber entscheiden, wen es wie mit Steuergeldern fördert. Und genau da kann ein Gesamtkonzept für Niedersachsens Häfen eine entsprechende Argumentationshilfe bieten.

Ein Punkt verwundert aber: Wenn die Bundesländer schon ihr Kirchturmdenken beim Thema maritime Wirtschaft überwinden und ein länderübergreifendes Netzwerk gründen, warum holen sie dann nicht auch gleich die Niederländer mit ins Boot? Eemshaven ist einen Katzensprung von Emden entfernt. Es reicht nicht, über den in den letzten Tagen verhängten Ausbaustopp schadenfroh zu sein. Der nächste Anlauf der Niederländer kommt bestimmt.