Mehr als 150 Auftragsmorde Einstiger Mafia-Boss Toto Riina gestorben

17.11.2017, 08:25 Uhr

Der Mafioso Toto Riina, einst einer der gefürchtetsten Bosse der sizilianischen Mafia, ist laut Medienberichten gestorben.

Der 87-Jährige starb in der Nacht zum Freitag, nachdem er zuvor einige Zeit im Koma gelegen hatte, wie italienische Medien berichteten. Riina wurde für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gemacht und 26 Mal zu lebenslanger Haft verurteilt. Salvatore Riina, Spitzname Toto, wurde in dem als Mafianest verrufenen Ort Corleone auf Sizilien geboren.

Mit 19 Jahren soll er seinen ersten Mord begangen haben und wurde daraufhin in den Reihen der Cosa Nostra aufgenommen, der sizilianischen Variante der Mafia.

Es folgte eine beispiellose kriminelle Karriere. Wer ihm und seinem Clan im Weg stand, wurde ermordet. Egal, ob es sich dabei um andere Mafiosi handelte, Polizisten, Staatsanwälte oder Journalisten. Auch gänzlich unbeteiligte Zivilisten fielen Salvatores Skrupellosigkeit zum Opfer.

1993 festgenommen

Seit Anfang der 1970-er Jahre wurde Salvatore mit Haftbefehl gesucht, festgenommen wurde er allerdings erst 1993, obwohl er vermutlich die ganze Zeit über auf Sizilien gelebt hatte. Es gilt als offenes Geheimnis, dass er auch von Parteigängern der Democrazia Cristiana, einer damals sehr einflussreichen Partei, geschützt wurde.

Nachdem die in der Bevölkerung sehr populären Mafiajäger, die Staatsanwälte Paolo Borsellino und Giovanni Falcone 1992 ermordet wurden, wuchs der öffentliche Druck auf die Behörden. Ob das schließlich zu seiner Festnahme führte oder ob er aus den Reihen der Mafia, die seiner überdrüssig geworden waren, verraten wurde, ist nicht gänzlich geklärt. Dass bei ihm beschlagnahmte Vermögen soll laut Wikipedia rund 125 Millionen US-Dollar betragen haben.