Marteria und Placebo heizen ein Musikfestival Hurricane: Fans feiern in Scheeßel

Von dpa | 21.06.2015, 19:51 Uhr

Feiern und Musikhören bis zum Abwinken: 65000 Gäste haben am Wochenende beim Hurricane Festival in Scheeßel gefeiert. Ausverkauft war das Festival damit anders als in den Vorjahren nicht.

100 Bands waren an drei Tagen zu hören. Zu den musikalischen Highlights gehörte am Auftakttag der Auftritt der britischen Band Placebo bei strömendem Regen. Am Samstag zogen die Rapper Marteria und Cro die Fans an. Am Sonntag spielten unter anderem DJ Paul Kalkbrenner, das Folktronic-Duo Milky Chance und die Elektropunk-Band Frittenbude.

Zu den Künstlern auf der Bühne gehörte auch der deutsche Rapper Alligatoah, der im Kreis Cuxhaven geboren wurde. Mittlerweile lebt der Musiker in Berlin. „Früher hat es mich immer genervt, dass hier nichts passiert“, sagte der 25-Jährige am Rande des Musikfestivals. „Mir war langweilig und ich wollte nicht alleine meine Musik machen.“ 2006 startete er als Alligatoah, seinen bisher größten Erfolg feierte er mit der Single „Willst du“, für die er im vergangenen Jahr eine Goldene Schallplatte bekam.

Überblick aus dem Riesenrad

Die meisten Besucher in Scheeßel campten auch dieses Jahr wieder auf dem Festivalgelände, wo es nicht so matschig war wie in den Vorjahren – nach Dauerregen am Freitag und Samstagvormittag besserte sich das Wetter bis Sonntagabend deutlich. Von einem Riesenrad aus konnten sich die Besucher einen Überblick über das Gelände verschaffen. (Weiterlesen: Werden Festivals zum Wohlfühlevent?) 

Mitgefeiert haben auch einige Fans mit Behinderung. Seit drei Jahren arbeitet der Festivalveranstalter mit dem Behindertenbeirat des Landkreises Rotenburg zusammen. So soll die Großveranstaltung noch besser an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung angepasst werden. Die Zahl der Besucher mit Handicap sei seitdem deutlich gestiegen. In diesem Jahr waren es 59, die Betreuer eingeschlossen. „Wir möchten, dass jeder das Festival besuchen kann“, sagt Veranstaltungsleiter Jasper Barendregt. Erstmals konnten sich die Musikfans mit Handicap vorab anmelden. „Das war ein wichtiger Schritt für uns“, sagt Barendregt. „Denn so haben wir einen besseren Überblick und können den Campingplatz besser vorbereiten.

Weniger Diebstähle

Die Polizei zog am Sonntagnachmittag eine positive Bilanz. Insgesamt habe es weniger Straftaten und vor allem weniger Diebstähle als in den Vorjahren. Einer der Gründe dafür könne das neu eingeführte bargeldlose Bezahlsystem gewesen sein, sagte der Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg. „Vielleicht hat das die Diebe von vornherein abgeschreckt“, sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp.

Zum Start hatte es mit dem neuen bargeldlosen Bezahlsystem noch Probleme gegeben. Das Festivalbändchen enthielt einen Chip, der sich mit Guthaben für Getränke- und Imbissstände aufladen ließ. Ein Netzwerkfehler hatte am ersten Festivaltag für lange Schlangen an den Aufladestationen geführt. (Weiterlesen: Probleme mit den Bändchen) 

Die Feuerwehr zog ebenfalls eine eher positive Zwischenbilanz. In 17 Fällen mussten brennende Zelte oder Dixie-Toiletten gelöscht werden. „Man merkt, dass weniger Menschen hier sind“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Scheeßel.