Kommentar Wachablösung

31.07.2012, 21:32 Uhr

Timo Boll und Olympia – das bleibt wohl auf ewig eine Leidensgeschichte. Dimitrij Ovtcharov und Olympia – daraus könnte sich eine Liebesgeschichte entwickeln.

Die Spiele von London zeigen, dass es an der Spitze im deutschen Herren-Tischtennis eine Wachablösung gegeben hat. Boll ist den hohen Erwartungen nicht gerecht geworden – auch den eigenen nicht. Wer ihn ein wenig kennt, weiß, wie sehr er darunter zu leiden hat.

Bolls Olympia-Trauma hat übrigens nichts mit China zu tun: Seit seiner ersten Teilnahme 2000 in Sydney ist er dreimal im Achtelfinale und einmal im Viertelfinale an Nicht-Chinesen gescheitert.

Freilich ändert das nichts daran, dass Boll ein großartiger Botschafter seines Sports und seines Landes ist und bleibt. Trotz seines großartigen Erfolges muss sich Ovtcharov diesen Status noch erarbeiten. Wer freilich bei der Team-WM Ende März in Dortmund etwas näher hinsah, erlebte den Hamelner in eine neue Rolle hereinwachsen. Ovtcharov war es, der es zunächst mit dem stärksten Spieler des Gegners zu tun hatte. Er fegte sie reihenweise vom Tisch und ebnete dort den Weg zur Wachablösung.