Kinder unter den Losverkäufern Nach Massaker in Las Vegas: US-Kirche verlost Sturmgewehre

10.10.2017, 08:59 Uhr

chl/KNA Osnabrück/Washington. Wegen einer Verlosung von Sturmgewehren steht eine christliche Freikirche im US-Bundesstaat Mississippi in der Kritik.

Gemeindemitglieder der Oasis Church of All Nations hatten laut einem Bericht der „Washington Post“ Zehn-Dollar-Lose vor einem Supermarkt der Kleinstadt Oxford verkauft. Die Hauptgewinne: zwei halbautomatische AR-15-Sturmgewehre.

Das AR-15 zählt in den USA zu den populärsten Gewehren. Allerdings erlangte es immer wieder traurige Berühmtheit, weil Amokläufer die Waffe bei Massakern einsetzten. Auch der Todesschütze von Las Vegas, Stephen Paddock, hatte mehrere solcher Gewehre in seinem Arsenal. Erst wenige Tage vor der Verlosung hatte Paddock 58 Menschen getötet und mehrere hundert verletzt.

Mehrere Amerikaner beschweren sich

Nicht zuletzt deshalb sorgte die Lotterie in Oxford für Irritationen. Dem Pressebericht zufolge beschwerten sich mehrere empörte US-Amerikaner bei der Kirche – auch weil Kinder unter den Losverkäufern gewesen seien. „Unsere Flaggen sind hier noch auf halbmast wegen der Schießerei in Las Vegas. Ich finde, es ist geschmacklos, zu dieser Zeit ein AR-15-Sturmgewehr zu verloren, dieselbe Waffe, die in Las Vegas verwendet wurde. Oder eine von ihnen“; wird eine Augenzeugin zitiert.

Die Oasis Church of All Nations zeigte sich in einer Stellungnahme unbeeindruckt: „Wir verstehen diese Bedenken, aber die Resonanz auf die Verlosung war ausgesprochen positiv. Negative Reaktionen gab es nicht“, wird Pastor Danny Budd zitiert. Der Erlös der Aktion komme einem Hilfsprogramm für Drogensüchtige zugute.