Ungewöhnlicher Fall in Kanada Frau wird angeschossen – Kugel bleibt im Brustimplantat stecken

Von afp | 22.04.2020, 19:46 Uhr

Einer Frau in Kanada wird in die Brust geschossen. Sie überlebt laut ihren Ärzten, weil sie sich zuvor ihre Brüste vergrößern ließ.

Ein Brustimplantat hat eine Frau in Kanada vermutlich vor einem tödlichen Schuss bewahrt: Das Silikonkissen lenkte die Kugel ab und schützte so das Herz der 30-Jährigen und andere lebenswichtige Organe, wie der Chirurg Giancarlo McEvenue dem US-Sender CNN sagte. Das Brustimplantat habe "der Frau wahrscheinlich das Leben gerettet", sagte der Arzt.

Chirurgen entfernten Brustimplantate – eins mit Kugel

Nach der Fallstudie, die McEvenue und andere Autoren im medizinischen Fachblatt "Sage" veröffentlichten, suchte die Frau in der kanadischen Stadt Toronto 2018 eine Notaufnahme auf, weil sie über Schmerzen in der Brust klagte und blutete. Chirurgen entfernten ihr daraufhin eine Kugel unterhalb der rechten Brust.

Auch die beiden Implantate wurden ihr entnommen. Computertomografien ergaben, dass die Kugel in das linke Silikonkissen eintrat und von dort aus in die rechte Brust gelangte. "Das Implantat hat den Richtungswechsel der Kugel verursacht", sagte McEvenue. "Auf der linken Seite sind das Herz und die Lunge", fügte er hinzu. "Wenn die Kugel in den Brustkorb gelangt wäre, hätte sie eine womöglich lebensbedrohliche Verletzung verursacht."

Wer den Schuss aus großer Nähe auf der Straße abfeuerte, wird noch von der Polizei untersucht. "Die Schusswaffe tauchte nie auf, und der Schütze bleibt unbekannt", heißt es in der Studie.

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