Irakischer IS-Hochburg Save the Children: 350.000 Kinder sitzen in West-Mossul fest

Von afp | 19.02.2017, 14:00 Uhr

Zu Beginn der neuen Offensive auf die irakische IS-Hochburg Mossul sitzen nach Angaben von Save The Children noch etwa 350.000 Kinder im Westteil der Stadt fest.

Die Menschenrechtsorganisation mit Sitz in London forderte die irakischen Streitkräfte am Sonntag auf, so schnell wie möglich geschützte Fluchtkorridore für Zivilisten einzurichten. Die Armee und ihrer Verbündeten müssten alles dafür, „um Kinder und Familien zu schützen“, sagte der Irak-Direktor von Save The Children, Maurizio Crivallero. Es müsse auch verhindert werden, dass Schulen oder Krankenhäuser in die Schusslinie geraten. Für die meisten Familien sei eine Flucht aus dem von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Westteil Mossuls zu gefährlich, sagte Crivallero. Es gebe Scharfschützen und Landminen, und falls die Flüchtenden entdeckt würden, drohe ihnen die Hinrichtung durch IS-Kämpfer. „Die Kinder in West-Mossul stehen vor einer makaberen Wahl: Bomben, Feuergefechte und Hunger, wenn sie bleiben - oder Hinrichtung und Scharfschützen, falls sie versuchen zu fliehen“, erklärte Crivallero.

Die irakische Armee und ihre Verbündeten hatten die Dschihadistenmiliz IS Ende Januar bereits aus Ost-Mossul vertrieben. Am Sonntag verkündete Ministerpräsident Haider al-Abadi dann den Start einer neuen Großoffensive mit dem Ziel, die Extremisten in Mossul endgültig zu besiegen.