Quarantäne-Updates "Zwangsarbeitslos": Wie Promis auf die Corona-Krise reagieren

Von dpa und Lorena Dreusicke | 16.03.2020, 22:29 Uhr

Es gibt die ersten Prominenten, die sich infiziert haben und in Quarantäne müssen. Andere helfen, die Laune in miesen Zeiten zu heben – so wie Gloria Gaynor mit ihrem berühmten Hit.

Gerade hat Tom Hanks sich wieder aus der Quarantäne gemeldet. Auf Twitter bedankt er sich bei den Helfern in Australien, wo er und seine Frau Rita Wilson am Rande von Dreharbeiten die Diagnose bekamen, dass sie das Coronavirus haben. "Lasst uns um uns selbst und um andere kümmern", schreibt der 63 Jahre alte Schauspieler dazu. Dazu hat Hanks ein Bild gepostet, das nach Krankenhauskost aussieht – mit einem Stoffkänguru, australischer Flagge und einer Tube mit landestypischem Brotaufstrich. In der Not isst Hollywood zwei Scheiben Toast.

Auch der britische Schauspieler Idris Elba wurde positiv auf Sars-Cov-19 getestet. In einer Twitter-Botschaft sagte der 47-Jährige, er zeige keine Symptome und er warte noch auf die Testergebnisse von seiner Frau Sabrina. "Bleibt zuhause und seid pragmatisch", rät er seinen Anhängern.

In Deutschland war der Moderator Johannes B. Kerner einer der ersten Fälle mit Bekanntheitsgrad. Der 55-Jährige schrieb vergangene Woche auf Instagram, das Positiv-Testergebnis sei für ihn überraschend gekommen. Aber: "Mir geht es sehr gut, ich habe praktisch keine Symptome." Er befinde sich in häuslicher Quarantäne. Er wolle als Betroffener jede und jeden ermuntern, sich sehr umsichtig zu verhalten, Abstand zu halten und möglichst wenig direkte soziale Kontakte zu haben. "Wir sind dafür verantwortlich, dass sich die kranken, die älteren und schwächeren Menschen nicht einer zusätzlichen Gefahr aussetzen müssen."

Solche Appelle sind gerade im Internet oft zu lesen. Die Virus-Krise beschäftigt viele, auch, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt angeht. Comedian Hazel Brugger ("heute-show") schrieb auf Twitter: "Ich bin, wie es aussieht, die nächsten paar Monate über zwangsarbeitslos. Falls ihr in Köln wohnt, in einem medizinischen Beruf arbeitet und schulpflichtige Kinder habt, kann ich gerne tagsüber auf die aufpassen." Das klinge zwar "creepy" (gruselig), aber sie meine das ernst.

Der Satiriker Jan Böhmermann hat sich bei Twitter umgetauft. Er nennt sich dort "Jan HÄNDEWASCHEN! ZUHAUSE BLEIBEN!", garniert mit grünen Virus-Emojis. Er verbreitet dort die Empfehlung, auf zuverlässige Quellen zu hören: das Robert Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium.

Schauspieler Florian David Fitz steht verdutzt vorm leeren Supermarktregal: "Jetzt ist es offiziell: Morgen endet die Welt! Deutschland isst wieder Nudeln #glutenwiederok", schreibt er sarkastisch dazu.

Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger appelliert bei Twitter ebenfalls: "Bleibt so viel wie möglich zu Hause. Hört auf die Experten, ignoriert die Idioten". In einem Video zeigt der ehemalige Gouverneur von Kalifornien, dass er mit gutem Beispiel vorangeht. "Wir gehen nicht raus, wir gehen nicht in Restaurants, wir tun hier nichts mehr dergleichen. Wir essen bloß und haben eine gute Zeit", sagt der 72-Jährige darin, während er ein Zwergpony und einen Esel füttert – und sendet eine optimistische Botschaft: "Wir werden das gemeinsam durchstehen."

Der Schauspieler Sabin Tambrea ("Ku'damm 56") ruft bei Instagram dazu auf, die besonders gefährdeten älteren Menschen trotz der notwendigen Besuchssperre nicht vereinsamen zu lassen. "Ruft eure Eltern und Großeltern an, facetimed, skyped, oder was auch immer, fragt, erzählt, sprecht über die Dinge, die euch Lebensfreude schenken, nehmt ihnen die Einsamkeit, seid da für sie! Geht zu euren Nachbarn, die vielleicht nicht mehr so fit und jung sind wie ihr, geht für sie einkaufen, redet, fragt, helft!"

"Germany's next Topmodel"-Moderatorin Heidi Klum hält derweil ihre Fans bei Instagram auf dem Laufenden, was ihren Corona-Status angeht. Noch wartet sie demnach auf das Testergebnis, nachdem sie sich krank gefühlt habe – ihr Mann Tom ebenso. Auch Klum ruft zu "Social Distancing" auf, das ist das Schlagwort, physische Kontakte zu vermeiden. "Wir wollen keine Bakterien verbreiten und riskieren, dass andere kranker werden..." Das gilt laut Instagram auch für das Paar, das sonst gerne intimere Momente zeigt. In akuten Corona-Zeiten küsst Klum Kaulitz durch die Scheibe, ist bei Instagram zu sehen.

US-Sängerin Lady Gaga versichert, sie habe mit einigen Ärzten und Wissenschaftlern geredet. Dann gibt sie die gängigen Empfehlungen: zu Hause bleiben, sich nicht mit Menschen über 65 und in großen Gruppen aufhalten. Sie würde ihre Eltern und Großmütter gerne sehen, aber es sei viel sicherer, das nicht zu tun. Sie sei zuhause mit ihren Hunden. "Welt, ich liebe dich. Wir werden da alle durchkommen. Vertraut mir. Ich habe mit Gott gesprochen – sie hat gesagt, wir werden okay sein."

Gloria Gaynor singt zur Freude der Fans auf der Plattform Tiktok ihren größten Hit "I Will Survive" – und wäscht sich dabei wie empfohlen 20 Sekunden die Hände. Die indische Schauspielerin Priyanka Chopra hat wie andere Bollywood-Stars dazu aufgerufen, den traditionellen Namaste-Gruß zu verwenden. Die Geste, bei der man die Handinnenflächen zusammenlegt, geht ohnehin gerade um die Welt: Prinz Charles begrüßte so Ronnie Wood von den Rolling Stones.

Die Viruskrise macht manche kreativ – ein Beispiel für Twitterhumor: So gibt es im Netz Bildergalerien, die die Outfits von Stars wie Jennifer Lopez und Gillian Anderson mit farblich passenden Bildern von Desinfektionsmitteln für die Hände kombinieren.

Fußballstar Cristiano Ronaldo postete mal nicht ein Foto von seinem gestählten Körper, sondern richtet einen abgetippten Appell an seine Instagram-Gefolgschaft: Die Welt erlebe eine "schwierige Zeit", als "Sohn, Vater und Mensch" mache er sich Sorgen über die jüngsten Entwicklungen. Es sei wichtig die Anweisungen der WHO zu befolgen, schreibt er und sendet solidarische Grüße an Erkrankte und das Gesundheitspersonal.

Langeweile in der Corona-Quarantäne demonstriert die Schweizer Moderatorin Michelle Hunziker, die gerade die italienische Ausgangssperre erlebt, in einem lustigen Zusammenschnitt:

US-Sängerin Taylor Swift warnt in einer Instagram-Story davor, die Lage zu verharmlosen. Sie beobachte, dass viele Leute Bilder von Partys und Treffen posten, dabei sei es nun an der Zeit, Pläne zu streichen und sich so gut es geht zu isolieren, schreibt die 30-Jährige. "Es ist wirklich eine unheimliche Zeit, aber wir müssen jetzt soziale Opfer bringen."

US-Sängerin Miley Cyrus richtet sich an Hamsterkäufer. In einem Tweet schreibt sie: "Niemand braucht jede Suppe aus dem Supermarkt. Je mehr wir horten, desto teurer und spärlicher werden die notwendigen Produkte und vielen fehlt es am Nötigsten."

Der kanadische Sänger Justin Bieber appelliert zum Stubenhocken. Er postet ein virales Video aus Italien, wo ein Mann Trompete auf dem Balkon für seine Nachbarn spielt. "Du könntest es haben und weißt es nicht...", schreibt Bieber. "Bleib so viel zu Hause wie du kannst, gehe nicht in Gruppen aus. (...) Passt auf eure Eltern, Großeltern und Freunde auf."

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Emotional äußert sich Schauspielerin Viola Davis. Sie schrieb auf Instagram, man solle an die Millionen Armen im Land denken. Sie hoffe die Situation wirke wie ein Weckruf, um zu verstehen, was wirklich zählt.

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