Hitzerekord im Dezember So war das Wetter 2015: Viel zu warm, teils zu trocken

Von dpa | 30.12.2015, 15:17 Uhr

Global wird es das wärmste Jahr – in Deutschland liegt das Jahr 2015 auf Platz zwei. Nach dem Hitzerekord im Sommer stellt auch der Dezember neue Spitzenwerte auf.

In Deutschland geht 2015 als zweitwärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 in die Statistik ein. Trotz Rekordmilde im November und Dezember sei das Temperaturniveau von 2014 nicht übertroffen worden, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch.

Global ist das Jahr nach Erwartungen der US-Klimabehörde das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. (Weiterlesen: Wetter aus den Fugen: Nordpol bis zu 50 Grad über normal )

Zehn Monate zu warm

In Deutschland seien zehn der zwölf Monate zu warm, nur der September und der Oktober zu kalt ausgefallen, berichtete der DWD. Insgesamt lag die Durchschnittstemperatur um 1,7 Grad über dem Vergleichswert der Jahre 1961 bis 1990 – dieser Zeitraum wird international als Referenzperiode benutzt. Im Dezember betrug die Abweichung sogar 5,6 Grad. (Weiterlesen: So wird das Wetter an Silvester )

Hitzerekord im Sommer

In Deutschland teilt sich 2015 den zweiten Platz auf der Liste der wärmsten Jahre mit 2000 und 2007. Es gab hierzulande nicht nur im Sommer einen Hitzerekord – 40,3 Grad im unterfränkischen Kitzingen, sondern auch Monatsrekorde zum Jahresende. (Weiterlesen: Das neue Jahr startet kalt )

Nach dem wärmsten November seit 1881 habe auch der Dezember 2015 einen Rekord aufgestellt, berichtete der DWD. „Ein Plus von 5,6 Grad Celsius verglichen mit dem vieljährigen Monatsmittel ist ein bemerkenswerter Schlusspunkt eines weltweit wie auch in Deutschland klimatologisch außergewöhnlichen Jahres“, sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker.

Wenig Regen

Regen fiel in manchen Regionen viel zu wenig. Besonders die Mitte Deutschlands litt ab Februar unter einer Dürre, die im Sommer auch den Süden erfasste. Örtlich registrierte der DWD weniger als 400 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, nur die Hälfte der üblichen Menge. Genug Regen bekam nur der Norden ab. Im Durchschnitt fielen seit Jahresbeginn 688 Liter pro Quadratmeter, 13 Prozent weniger als sonst.

Auf Rügen am sonnigsten

Die Sonnenscheinbilanz fällt dagegen positiv aus: 1723 Sonnenstunden registrierten die DWD-Messstationen, 13 Prozent mehr als üblich. Am sonnigsten war es auf der Ostseeinsel Rügen, im milden Breisgau im Südwesten und in der Lausitz im Osten mit jeweils mehr als 2000 Sonnenstunden. Am wenigsten Sonnenschein gab es im Sauerland mit rund 1500 Stunden.