Ehemann von Queen Elizabeth II. Hurra! Prinz Philip wird 95

Von Katrin Pribyl, Katrin Pribyl | 09.06.2016, 20:30 Uhr

Er steht im Rampenlicht, doch stets im Schatten seiner Frau. Berühmt ist Prinz Philip, Ehemann von Königin Elizabeth II., dennoch, und zwar für seine markigen Sprüche und seinen tiefschwarzen Humor. Diesen Freitag wird der Herzog von Edinburgh 95 Jahre alt.

Er ist der Prinz, der laut eigenen Worten „nach der Verfassung gar nicht existiert“. Dafür aber schon sehr lange. 95 Jahre alt wird Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, Graf von Merioneth und Baron Greenwich, an diesem Freitag. Stets einen Schritt hinter seiner Frau, Königin Elizabeth II., verläuft sein Leben derweil nicht nur im Dienst der Krone, sondern auch in deren Schatten. Er nahm die Begleiterrolle an, füllte sie aus, und alle Beobachter sind sich einig, dass ohne ihn auch die Queen nicht das enorme Pensum ableisten könnte, das sie selbst im Alter von 90 Jahren noch erbringt. „Lass es uns angehen“, sei einer seiner meistgebrauchten Sätze, heißt es aus seinem Umfeld.

„Meine Stärke und mein Halt“

Genau das tut er seit mehr als sechs Jahrzehnten mit viel Pflichtbewusstsein. Bei einer Feierlichkeit zum goldenen Hochzeitsjubiläum bezeichnete die Monarchin ihren Gatten denn auch vor 300 Gästen liebevoll als „meine Stärke und mein Halt in all den Jahren“. Und das, obwohl Philip sich immer wieder Patzer erlaubte und für mittelschwere Skandale sorgte – dank seines trockenen englischen Humors, den nicht wenige äußerst schwarz nennen würden. „Wenn ihr noch viel länger hierbleibt, bekommt ihr alle Schlitzaugen“, bemerkte er im Jahr 1986 gegenüber britischen Studenten in China. Auf der Insel fand man den derben Spruch vielleicht witzig, im Reich der Mitte verständlicherweise weniger. Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte der „Duke of Hazard“, der „Risiko-Herzog“, einmal als „Herr Reichskanzler“. Und Kindern vom Taubstummenbund, die neben einer laut spielenden Steelband standen, gab er zu verstehen, bei der Musik sei es kein Wunder, dass sie gehörlos seien. Die Liste der Anekdoten über ihn ist endlos und berüchtigt. Doch es sind die bisweilen unverschämten Sprüche und politisch unkorrekten Aussagen, die ihm beim Inselvolk viele Sympathien eingebracht haben. Für einen Lacher ist Prinz Philip eben stets gut und verziehen haben die Briten ihm sowieso immer.

Vor Wut geschäumt

Gleichwohl musste sich der dienstälteste Monarchen-Ehepartner erst in seine Gatten-Rolle in der „Firma“ einfinden. Als er beispielsweise seinen Familiennamen nicht vererben durfte, soll er vor Wut geschäumt haben. „Ich bin nur eine verdammte Amöbe“, habe der selbstbewusste Prinzgemahl, der gerne in Uniform auftritt, gepoltert.

Philippos Andreou wurde als Sohn des Prinzen Andreas von Griechenland und Dänemark und Prinzessin Alice im Jahr 1921 auf der Insel Korfu geboren, genauer gesagt auf einem Esstisch. Väterlicherseits hat er Wurzeln im Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, seine Mutter war eine geborene Battenberg – ein deutscher Name, der später anglifiziert wurde. Heute heißen die Royals offiziell Mountbatten-Windsor.

Bereits bei seiner Geburt galt die Ehe seiner Eltern als gescheitert. Der junge Philip, Ur-Enkel von Königin Victoria, wuchs zunächst bei seiner psychisch kranken Mutter, später in Internaten auf. Weil er ein Jahr lang die süddeutsche Schule Salem besuchte, spricht er zudem Deutsch. Durch seine familiären Bande sowie zahlreiche Besuche pflegt er eine besondere Affinität zur Bundesrepublik und betonte nach dem Krieg, „mit Deutschenhass allein können wir nicht überleben“. Die Reise des royalen Paars zur Annäherung im Jahr 1965 nach Berlin war auch sein Anliegen.

Liebesbriefe an Lilibeth

Noch während seiner militärischen Ausbildung traf Philip bei einer Hochzeit auf Elizabeth – es war Liebe auf den ersten Blick. Die 13-jährige Lilibeth und der fünf Jahre ältere, gutaussehende Teenager, der während des Zweiten Weltkriegs als Marine-Offizier diente, begannen, sich Briefe zu schreiben. Im November 1947 heirateten die beiden. Doch schon sechs Jahre später wurde das junge Paar aus seinem unbeschwerten Leben gerissen: Elizabeths Vater starb, sie wurde zur Königin gekrönt. Und Philip führte fortan das Leben als Prinzgemahl.

Er beendete 1951 seine aktive Karriere bei der Marine und entdeckte stattdessen eine neue Leidenschaft für sich: das Fliegen. Es war neben Polo, Segeln und Pferdekutschenrennen seine liebste Freizeitbeschäftigung. Zudem malte er und verschrieb sich dem Sammeln von allerlei. Es passt zu seinem Humor, dass auch Cartoons dazugehören.

In den vergangenen Jahren sorgten sich die Briten immer wieder um Philip, der Schirmherr, Vorsitzender oder Mitglied von etwa 780 Wohltätigkeitsorganisationen und Clubs ist. Er musste mehrmals aus gesundheitlichen Gründen ins Krankenhaus, sagte Termine ab. Erst in der vergangenen Woche ließ er sich bei einer Gedenkveranstaltung von seiner Tochter Anne vertreten. Als er vor einigen Tagen Bundespräsident Joachim Gauck im Buckingham-Palast begrüßte, erschien er hager und geschwächt. Es scheint, als drehe sich das Bild. Die Stütze von Königin Elizabeth II. ist immer öfter selbst auf eine Stütze angewiesen.