Bohlen setzt sich für Kimiya Zare ein Aus dem Nordhorner Flüchtlingsheim auf die DSDS-Bühne

Von Steffen Burkert | 06.02.2017, 11:02 Uhr

Nicht nur die Gesangsstimme, sondern vor allem auch das Schicksal der 16-jährigen Kimiya Zare, die seit drei Jahren als Flüchtling in Nordhorn lebt, rührten die prominente Jury und Millionen Zuschauer von „Deutschland sucht den Superstar“.

Zu Anfang sind es ihre Stimme, ihr überzeugendes Auftreten und ihre besondere Interpretation des Elvis-Presley-Songs „Can’t help falling in love“, die die Jurymitglieder Dieter Bohlen, Michelle, H.P. Baxter und Shirin David beim Casting für die aktuelle DSDS-Staffel beeindrucken.

Sie sind sich einig: Die erst 16 Jahre alte Kimiya Zare, die nie Gesangsunterricht erhalten hat, kommt direkt in den sogenannten „Recall“ und darf ihren Traum, eine bekannte Sängerin zu werden, weiterleben.

Kimiya Zare ist Flüchtling aus dem Iran

Was die Jury in diesem Moment noch nicht weiß, erfährt Dieter Bohlen einige Tage später in einem Brief, den Kimiya Zare – von RTL und „Bild“-Zeitung am Wochenende effektvoll inszeniert – an den Jurychef schickt. Im Alter von elf Jahren habe sie mit ihrer Familie ihr Heimatdorf im Iran verlassen müssen, schreibt sie in ihrem dreiseitigen, handschriftlich verfassten Brief. Warum sie wegmussten, das habe sie damals nicht verstanden. Drei Jahre lang hätten sie daraufhin in Norwegen gelebt. Dort habe sie Freunde gefunden, die Sprache gelernt, sei zur Schule gegangen. „Norwegen wurde wie meine Heimat, ich war dort glücklich“, schreibt Kimiya Zare.

Asylantrag wurde abgelehnt

Doch ihr Asylantrag sei abgelehnt worden. In den Iran zurückkehren zu müssen, sei für sie und ihre Familie ein „Albtraum“ gewesen. Aus Angst seien sie stattdessen nach Deutschland weiter gereist – und alles habe noch einmal von vorne begonnen: Wieder eine neue Sprache lernen, wieder neue Freunde finden, wieder die Hoffnung auf Asyl.

Die Familie kommt aus Norwegen nach Nordhorn und lebt hier nun seit drei Jahren in einem Heim. In Deutschland sind Kimiya Zare und ihre Angehörigen aber nur geduldet, sie darf das Land nicht verlassen. Und das wird nun zum großen Thema in „Deutschland sucht den Superstar“.

Darf Kimiya Zare nach Dubai?

Die nächste Runde der Castingshow soll nämlich in Dubai ausgetragen werden. Dieter Bohlen überreicht der Schülerin vor laufenden Kameras das Flugticket – wohlwissend, dass sie die Reise kaum wird antreten können. Aber der Popstar sagt: „Ich hoffe, dass wir das irgendwie hinkriegen, dass wir dich mitnehmen können. Ich hoffe, dass die, die das zu entscheiden haben, wirklich jetzt auch mal sagen: Dem Mädchen geben wir eine Chance, lass die doch mit DSDS nach Dubai fahren. Ich fänd’s eine Sauerei, wenn man einem so jungen Mädchen da Steine in den Weg legt. Wir wollen ja nichts Großes, wir wollen ja nur, dass sie zwei Wochen mit uns da hinfahren darf.“

Kimiya ist überwältigt, bricht immer wieder vor der Kamera in Tränen aus. „Das rührt einen natürlich schon, wenn man so etwas liest von einem so jungen Mädchen“, bekennt Dieter Bohlen: „Mal hier, mal da, niemand wollte sie haben – das ist ein ganz hartes Schicksal.“ Der Brief habe ihn tief erschüttert. „Lieber Dieter, bitte hilf mir“, hatte Kimiya Zare in ihrem Schreiben gefleht. Und Bohlen verspricht der Schülerin aus Nordhorn persönlich: „Wenn ich dir irgendwie helfen kann, werde ich das natürlich auch machen.“

Bohlen meldet sich bei der Ausländerbehörde in Nordhorn

Wie es mit Kimiya Zare und DSDS weitergeht, ist offen. Die Geschichte wird sich in den nächsten Folgen der Staffel fortsetzen. Nach Aufzeichnung der Sendung habe sich Dieter Bohlen direkt bei der Ausländerbehörde in Nordhorn erkundigt und sich für Kimiya stark gemacht, weiß die „Bild“-Zeitung zu berichten.