Nach Berufung auf Botschafterstatus Bericht: Zentralafrikanischer Außenminister bestreitet Immunität Boris Beckers

Von Lorena Dreusicke und dpa | 18.06.2018, 12:38 Uhr

Nachdem sich der zentralafrikanische Botschafter für Boris Becker stark gemacht hat, rudert die Regierung nun zurück.

Einem Bericht der Zeitung "Welt" zufolge kann sich Ex-Tennisprofi Boris Becker im Insolvenzverfahren gegen ihn nicht auf diplomatische Immunität berufen. Der Außenminister der Zentralafrikanischen Republik, Charles Armel Doubane, dementierte gegenüber dem Afrika-Korrespondenten der "Welt", dass Becker eine offizielle diplomatische Position in seinem Land habe.

"Um als Diplomat ernannt zu werden, ist neben der Ernennung des Präsidenten auch meine Unterschrift als Außenminister nötig", sagte Doubane demnach. "Ich habe entsprechende Dokumente nie unterzeichnet. Der Präsident hat mich nie darum gebeten, die entsprechenden Schritte im Falle von Boris Becker einzuleiten."

Sonderbeauftragter für Sport und Kultur

Beckers Anwälte hatten am Freitag Aufsehen erregt mit der Mitteilung, der Ex-Tennisstar sei in einem Insolvenzverfahren in London gegen ihn wegen diplomatischer Immunität nicht mehr zu belangen. Becker fungiere als Sonderattaché für Sport und kulturelle Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik bei der EU. Den Posten hatte Becker eigenen Angaben zufolge im April als Ehrenamt übernommen.

Der Botschafter der Zentralafrikanischen Republik in Brüssel, Daniel Emery Dede, stützt diese Ansicht. Becker habe einen zentralafrikanischen Diplomatenpass und sei "ein aufrichtiger Unterstützer unseres Landes".

Boris Becker reagierte am Montagvormittag auf Twitter mit einer Leseempfehlung:

Ob die Tennis-Legende tatsächlich Immunität in Großbritannien geltend machen kann, muss ein Gericht in London entscheiden.