Bad Rothenfelderin Christin Stumpe arbeitet drei Monate in Cornwall Praktikum im grünen Paradies

09.09.2011, 14:23 Uhr

Bad Rothenfelde/ Cornwall. Ein Praktikum im Garten Eden. Das klingt nach einer Geschichte aus dem Märchenbuch. Ist es aber nicht: Das „Eden-Project“ ist ein 50 Hektar großer Botanischer Garten im englischen Cornwall, der neben einer riesigen Pflanzenvielfalt auch verschiedene simulierte Klimazonen präsentiert. Christin Stumpe lernt das grüne Paradies von einer besonderen Seite kennen: Die Bad Rothenfelderin macht dort ein dreimonatiges Praktikum.

Sie hatte die Wahl: Ein Vierteljahr muss Christin Stumpe für ihren Masterabschluss im Fach Anglistik im englischsprachigen Ausland verbringen. Ob sie dort studiert, einen Freiwilligendienst macht, als Assistant-Teacher (Assistenz-Lehrer) tätig ist oder ein Praktikum macht, schreibt die Studienverordnung nicht vor. „Für mich war immer klar, dass ich etwas anderes machen möchte, als im Ausland zu studieren“, sagt die angehende Grundschullehrerin, die 2008 ihr Abitur am Gymnasium Bad Iburg absolviert hat und seitdem in Oldenburg studiert. Dagegen sprächen mehrere Gründe: Zum einen habe man während der Zeit im Ausland die besondere Möglichkeit, innerhalb des Studiums mal was völlig anderes kennenzulernen und zu sehen. Und zum anderen werde man in der Nähe einer Uni viel zu schnell verleitet, mit seinen deutschen Kommilitonen doch auf Deutsch zu plaudern.

Christin machte sich auf die Suche. Ein Projekt in England sollte es werden: „Wenn man dort Freunde findet, kann man die später viel leichter besuchen, als wenn man nach Amerika oder Australien fliegen müsste.“ Bei ihrer Recherche stieß die junge Frau auf das „Eden-Project“ – ein riesiger Botanischer Garten, der in Cornwall täglich mehrere Tausend Besucher anzieht.

Königlicher Besuch

Mehrere Wochen ist die Studentin bereits vor Ort. Das bisherige Highlight: Gleich in der ersten Woche kamen Prinz Charles und Camilla zu Besuch. Nicht einfach so, sondern aus gegebenem Anlass: Das „Eden-Project“ hat seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Wie Christin Stumpe diesen besonderen Besuch erlebt hat? „Das war auf jeden Fall ein ganz besonderes Erlebnis“, sagt sie. Mit Funkgeräten ausgestattet, gehörte sie zu den Mitarbeitern, die an diesem Tag auf dem ganzen Gelände eigentlich permanent präsent sein mussten und dafür gesorgt haben, dass alles glattläuft. Von der Organisation auf dem Parkplatz bis zu den einzelnen Attraktionen auf dem Parkgelände.

Ganz so hektisch wie beim königlichen Besuch ist es aber nicht jeden Tag. Und dennoch: Wenn die Zahl der Besucher die 7000er-Marke erreicht habe, werde es auch an normalen Tagen ziemlich anstrengend.

Ihre Aufgaben wechseln momentan Woche für Woche. So ist sie in den ersten Tagen im sogenannten „Access-Team“ tätig gewesen. Hier ginge es darum, Menschen mit Behinderungen einen schönen Tag im „Eden-Project“ zu ermöglichen. „Wir laufen durch den Park und schauen, ob jemand Hilfe braucht. Manchmal wird man aber auch für den ganzen Tag von bestimmten Besuchern gebucht.“ Im „Workshop-Team“, in dem Christin ihre vierte Woche verbracht hat, kümmert sie sich mit anderen Mitarbeitern um Spiele und Aktionen, meistens speziell für Kinder. Höhlen bauen und Wasserspiele stehen für die angehende Englisch- und Musiklehrerin dann zum Beispiel auf dem Programm.

Auf die Frage, wie es ihr gefällt, antwortet die junge Frau vollends zufrieden: „Bisher ist alles sehr gut, auch wenn es etwas völlig Neues für mich ist – eigentlich verbringe ich die Sommer sonst immer auf Norderney!“ Die Nähe zur Natur ist etwas, das ihr in Cornwall mit am besten gefällt: „Ich bin das von zu Hause aus gewohnt, weil ich ja auch im ländlichen Raum aufgewachsen bin.“