Auktion am 4. Oktober 1-Million-Orden wird bei Künker in Osnabrück versteigert

Von Jean-Charles Fays | 24.07.2014, 07:27 Uhr

Ein Orden mit einem Schätzwert von 750000 Euro wird am 4. Oktober in Osnabrück versteigert. „Damit wird er einer der teuersten je in Deutschland versteigerten Orden sein“, sagte der Künker-Ordensexperte Michael Autengruber unserer Zeitung.

Der Spezialist für Ordenskunde erwartet sogar, dass der höchste russische Orden aus der letzten kaiserlichen Familie Romanow für rund eine Million Euro unter den Hammer geht.

Insbesondere bei russischen Oligarchen seien solche Insignien sehr begehrt. „Es steht zu erwarten, dass sich bei der Auktion finanziell hoch potente russische Geschäftsleute gegenseitig überbieten. Jeder will zeigen, dass er sich das leisten kann. Da geht es dann auch darum, Macht zu demonstrieren“, erläuterte Künker -Experte Autengruber.

Ein Sammler erbte den Orden von seinem Vater. Dieser hatte den Orden 1991 bei einem Antiquitäten-Händler in Antibes erworben. An die Côte d’Azur war auch ein Großteil der Angehörigen der kaiserlich russischen Familie in der russischen Revolution geflüchtet. Die Insignien wurden zwischen 1899 und 1903 angefertigt. Laut Phaleristiker Autengruber gibt es hinreichende Indizien, dass Mitglieder der Familie von Nikolaus II. den Orden getragen hatten. Nikolaus II. regierte als letzter Zar Russlands von 1894 bis 1917. In der russisch-orthodoxen Kirche gilt er als Heiliger, weil er 1918 in der Revolution erschossen wurde.

Die prunkvolle Ordenskette (Bild) wird auch als Kollane bezeichnet. Sie besteht aus sieben Adler-, sechs Andreaskreuz- und vier Monogramm-Gliedern. Zu dem kaiserlichen Orden gehören auch ein goldenes Kleinod und ein Bruststern.