Auf internationalen Bühnen „Diva“ Maida Hundeling aus Bramsche singt Oper in Münster

15.06.2012, 10:22 Uhr

Auf ihrer Reise durch die Opernwelt macht die Bramscherin Maida Hundeling Station in Münster. Mit Carl Maria von Webers „Oberon“ feiert sie am Sonntag Premiere im Theater in Münster.

Maida Hundeling hat sich auf den Bühnen dieser Welt einen Namen gemacht. Wenn eine Sopranistin fürs dramatische Fach gesucht wird, kommt ihr Name ins Spiel. Sie hat an der Volksoper Wien gesungen, aber auch in Italien, in Deutschland, in Houston im US-Bundesstaat Texas und in Edmonton in Kanada. Im Herbst steht sie in Montreal auf der Bühne.

„Oberon“ ist eine eher romantische denn dramatische Oper, meint Maida Hundeling. Sie basiert auf dem „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare. Darin hat sie die Rolle der Rezia übernommen, die mit dem Ritter Hüon an den Strand einer einsamen Insel gespült wird. Maida Hundeling glaubt, die Zuschauer werden in der Oper eher lachen als weinen. Die Inszenierung beinhalte Witz und Situationskomik, meint sie. „Ich kann auch lustig“, sagt sie lachend, schränkt aber im nächsten Moment ein, dass „Oberon“ keine Operette sei.

Die Aufführungen der Oper sind ein Zusammenspiel der drei Sparten Tanztheater, Schauspiel und Oper der Städtischen Bühnen Münster. „Oberon“ feiert am Sonntag, 17. Juni, um 18 Uhr Premiere und wird bis zum 8.Juli sechsmal aufgeführt. Weitere Infos unter www.stadt-muenster.de .

Das Engagement in Münster hat Maida Hundeling Regisseur Wolfgang Quetes zu verdanken. Er hat mit ihr in Regensburg bei der Aufführung der Puccini-Oper „Turandot“ zusammengearbeitet.

Tief in Bayern arbeitet Maida Hundeling nicht nur, sie lebt auch dort. Nachdem sie einige Jahre in der Goldenen Stadt Prag wohnte, ist sie mit ihrem Mann in den Landkreis Passau gezogen. „Mein künstlerischer Mittelpunkt hat sich verschoben“, begründet sie den Umzug. Ihren Lebensmittelpunkt sieht sie auch nicht allzu oft. Von September bis Juni ist sie meistens unterwegs. In den Sommermonaten hat sie aber Zeit, sich daheim zu regenerieren.

Obwohl sie selten zu Hause ist, schätzt sie das Leben als professionelle, freischaffende Opernsängerin, das sie seit 2001 führt. In der Tat macht Maida Hundeling beim Gespräch in einem Münsteraner Café einen glücklichen Eindruck. Sie lacht viel, ist fröhlich. Ernster wird sie, wenn sie an die Nachteile ihres Lebens auf Tour denkt. „Man lebt oft aus den Koffern.“

In der bunten Opernwelt werden Eitelkeiten und Spleens ausgelebt. Maida Hundeling bezeichnet sich zwar bisweilen als Diva – aber nur im Scherz. Dass sie ganz normal geblieben ist, hat sie Bramsche zu verdanken. „Dadurch, dass ich im ländlichen Raum aufgewachsen bin, besitze ich Bodenhaftung.“