Angermann fehlen 2,5 Meter Emsländische Talente bei Leichtathletik-DM im Wechselbad der Gefühle

Von Carsten Nitze | 23.07.2012, 17:00 Uhr

. Wie eng Freud und Leid, Erfolg und Misserfolg, Glück und Pech beieinanderliegen, das demonstrierten die emsländischen Nachwuchsleichtathleten bei den Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften in Allen voran U-18-Hochspringerin Verena Schmitz von der LG Papenburg Aschendorf. Der bitteren Enttäuschung nach der verpassten persönlichen Bestleistung folgte unbändige Freude über den dritten Platz im Hochsprung.

Die krasse Außenseiterin ließ sich von der feinen Kulisse im sehr gut besuchten Grenzlandstadion nicht beeindrucken, kämpfte tapfer gegen ihre Nervosität und vor allem gegen die starke Konkurrenz. Nach überquerten 1,74 Metern fand sie sich überraschend im Kreise der besten vier deutschen Hochspringerinnen wieder. Erst die neue Bestleistung von 1,77 Metern verfehlte sie knapp, sicherte sich aber aufgrund der geringeren Fehlversuche den dritten Platz.

Ein ähnliches Wechselbad der Gefühle erlebte Rafael Plogmann vom VfL Lingen bei den 400-Meter-Läufen der U 18. Am ersten Wettkampftag sicherte er sich den Einzug in die Finalläufe der besten 16. Lief er am ersten Tag noch im Bereich seiner persönlichen Bestzeit, konnte er im Finale nicht sein Leistungsvermögen abrufen. In für ihn indiskutablen 51,28 Sekunden wurde er Sechster seines Finallaufs und landete in der Gesamtwertung auf dem 14. Platz.

Den weiteren vier Emsländern blieb dagegen ein Finalplatz verwehrt. Dabei kratzte Hendrik Vinke von der LG Papenburg Aschendorf über 200 Meter der U20 an einer weiteren emsländischen Sensation. Mit seiner neuen persönlichen Bestzeit von 22,45 Sekunden verpasste er die Finalläufe nur um zwei Hundertstelsekunden. Knapp 2,5 Meter trennten Adelheid Angermann vom LAV Meppen im Hammerwurf der U20 von der anvisierten 50-Meter-Marke und vom Einzug ins Finale der besten acht ihrer Altersklasse.

Nervosität machte auch den U-18-Läuferinnen Ines Triphaus und Kristin Schulte-Südhoff (beide Quitt Ankum) aus Lengerich-Handrup bei ihren ersten nationalen Titelkämpfen zu schaffen. Triphaus verpasste über 400 Meter Hürden neben der erhofften neuen Bestzeit auch die Finalläufe. Schlimmer erwischte es Schulte-Südhoff. Gleich im Vorlauf über 100 Meter traf sie auf die spätere Meisterin Jessie Maduka. Nach schnellem Start lag die Emsländerin bis zur Hälfte Kopf an Kopf mit der Düsseldorferin. Dann verkrampfte die Niedersachsenmeisterin, verlor Meter um Meter auf Maduka und musste sich vier weiteren Konkurrentinnen geschlagen geben. In 12,60 Sekunden verpasste sie den erhofften Zwischenlauf. „Das habe ich gründlich vergeigt“, resümierte die schnelle Handruperin tief enttäuscht.