40 Kilo schwere Schlange Fünf-Meter-Python überrascht Australierin im Schlafzimmer

Von Barbara Barkhausen, Barbara Barkhausen | 22.06.2016, 16:56 Uhr

In Australien ist eine Frau von einem ungewöhnlichen, nächtlichen Besucher geweckt worden. Ein fünf Meter langer, 40 Kilo schwerer Python schlängelte sich in ihr Schlafzimmer.

„Trina, ich glaube, wir kommen dich nicht mehr besuchen“, und „Hast du schon darüber nachgedacht auszuziehen“ – das waren die Reaktionen von Trina Hibberds Freunden, nachdem sie ihr nächtliches Horrorerlebnis auf Facebook erzählte.

Vom Flur bis ins Gästezimmer

Der Albtraum der Australierin beginnt am Dienstagmorgen um 4.30 Uhr. Die Frau, die im tropischen Mission Beach im Nordosten Australiens wohnt, hat eine Freundin zu Besuch. Julie Birrell schläft friedlich im Gästezimmer, als ungewöhnliche Geräusche sie aufwecken. Doch es ist weder der Wind noch ein Vogel auf dem Dach. Die Geräusche kommen aus dem Inneren – ein nächtlicher Einbrecher hat sich in das Strandhaus geschlichen.

Erschrocken knipst die Frau das Licht an. „Danach war hier erstmal die Hölle los“, berichtet ihre Freundin und die Hauseigentümerin Trina Hibberd dem australischen Sender ABC. Vor ihren Augen streckt sich ein ziemlich stattlicher Python: Die Schlange reicht vom Hutständer im Gang über ein Bild bis ins Schlafzimmer. Dort hängt ihr Körper über dem Bettgestell, stößt eine Lampe um.

Python hauste jahrelang unterm Dach

Doch trotz des nächtlichen Schreckens lassen sich die beiden Frauen nicht aus der Ruhe bringen. Hibberd macht Fotos und filmt ihren tierischen Gast, den die beiden letztendlich im Gästezimmer einsperren.

Fünf Meter lang und 40 Kilogramm schwer ist die Schlange, schätzen die beiden. Hibberd will sie bereits vor 15 Jahren schon mal bei ihrem Haus gesehen haben. „Wir wussten, dass die Schlange da war, aber wir hatten sie nie im Inneren gesehen“, sagt die Australierin später im Interview mit der ABC. „Ich hatte sie zuvor nie in voller Länge gesehen.“ Möglicherweise hauste der Python über Jahre hinweg unter dem Dach und in den Wänden des Hauses.

Schlangenfänger mit Muskelkater

Dass Monty, wie Hibberd die Schlange schließlich tauft, etwas Besonderes ist, wird ihr spätestens klar, als auch der Schlangenfänger, den die schockierten Frauen noch mitten in der Nacht anrufen, zugibt: „Ich habe erst einmal eine noch größere Schlange gesehen.“

„Pythons sind an sich nicht ungewöhnlich hier in Queensland“, sagt Dave Goodwin einen Tag später im Telefoninterview. Doch diese sei ungewöhnlich groß und schwer gewesen. „Ich habe sie hinter ihrem Gebiss gepackt, damit sie loslässt und sie dann um meinen Arm gewunden.“ Dort habe sie sich mit solcher Kraft festgehalten, dass seine Muskeln noch über 24 Stunden später schmerzen, sagt der Australier. Mit Hilfe seiner Frau und einem Container transportiert Goodwin den Riesen-Python schließlich ab.

Montys neues Zuhause ist eine Kläranlage, die ein Rattenproblem hat und an Buschland angrenzt. Dort werde es Monty gut gehen, sagt er. Dass er zurück unter Trina Hibberds Dach finde, könne ausgeschlossen werden.

Pythons machen Schlagzeilen

In Australien kommt es immer wieder zu ungewöhnlichen Begegnungen mit Pythons. Erst im Februar ist ein drei Meter langer Python nachts in ein Kinderzimmer geschlichen und hat einem Kind in die Hand und in den Kopf gebissen.

Auch Kämpfe der Riesenschlangen mit anderen australischen Tieren wie Krokodilen oder Kängurus, die im Normalfall mit dem Python als Gewinner enden, haben schon internationale Schlagzeilen gemacht. Die bisher spektakulärste Nachricht war aber sicher ein Fall im März 2014, als eine der Schlangen einen Hund verschlang, der mit einer Kette in seinem Hundehaus festgebunden war. Letztendlich schaute nur noch die Kette aus dem Python heraus, der sich damit selbst angekettet hatte.