Pläne der Bundesregierung Fliegen bald Flugtaxis über deutsche Städte?

Von dpa | 20.06.2018, 19:58 Uhr

Sich an der Straße ein Flugtaxi heranwinken – klingt nach Science-Fiction, könnte aber schon bald Wirklichkeit werden.

Die Bundesregierung will Flugtaxis in Deutschland in Ingolstadt als Modellstadt erproben. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Mittwoch unterzeichnet – und zwar von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der Digital-Beauftragten der Bundesregierung, Staatsministerin Dorothee Bär (beide CSU), dem Oberbürgermeister Ingolstadts, Christian Lösel (CSU), sowie Vertretern des Luftfahrtkonzerns Airbus und des Autobauers Audi.

Weiterlesen: Shitstorm vor Amtsantritt: Bär und die Flugtaxis

Weltweit tüfteln Unternehmen an Flugtaxis, darunter auch deutsche Firmen. Scheuer sagte, Flugtaxis seien längst keine Vision mehr. Sie eröffneten komplett neue Möglichkeiten, etwa für den Krankentransport in Städten und Ballungsräumen. Auch seien sie eine Riesenchance für Unternehmen und junge Start-Up-Firmen. Bär sagte: "Im weltweiten Vergleich ist Deutschland ein Land von geringer Fläche. Wir können nicht alle Straßen sechs- oder achtspurig ausbauen und auch neue Schienenwege beanspruchen knappen Raum." Zur Mobilität der Zukunft gehörten daher auch Flugtaxis.

Autonomes Fliegen

Flugtaxis sind nicht erst ein Thema, seit Dorothee Bär die Vision teilt. Weltweit arbeiten nach Branchenschätzungen längst etwa 50 Unternehmen an der entscheidenden Technik: Eine Firma in Neuseeland plant, in drei Jahren einen Senkrechtstarter für zwei Personen abheben zu lassen – Google-Mitgründer Larry Page schießt Geld zu. In China könnten Menschen in einer Art Drohne abheben. Die Daimler-Beteiligung Volocopter in Deutschland verpasste einer Drohne 18 Rotoren und zwei Sitzplätze. Die deutsche Firma Lilium hat ein Elektroflugzeug für fünf Personen entwickelt.

Ähnlich wie beim autonomen Fahren hängt die Markteinführung weniger von der Technik als von Fragen der Ethik und Verantwortung ab.