80 Jahre nach dem Ausbruch Fünf Zeitzeugen berichten, wie sie den Zweiten Weltkrieg erlebt haben

Von Burkhard Ewert | 30.08.2019, 16:20 Uhr

80 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs leben nur noch wenige Menschen, die sich an ihn erinnern oder damals bereits so alt waren, dass sie sogar eine aktive Rolle innehatten. Wir geben in dieser Woche fünf Zeitzeugen das Wort.

Ein Soldat und ein Jude, ein Hitler-Fan, ein ausgebombtes Kind und eine Vertriebene schildern ihre persönliche, jeweils bewegende Geschichte der Jahre 1939 bis 1945. Jede davon ist einzigartig. Alle enthalten Erlebnisse von ungeheurer Wucht. Und doch steht jedes einzelne Gespräch beispielhaft dafür, was Millionen andere Menschen ebenfalls erlebt haben und dafür, was nie vergessen werden darf.

Die Lehren aus diesen Lebensläufen müssen Leitschnur für ein Handeln als deutsche Nation bleiben – auch wenn eines Tages niemand mehr persönlich erzählen kann, was er erlebt hat. Hier aber hat nun das Wort, wer selbst dabei war.

Der Fan

Alda Schlemm gehört zu einer deutschen Auswanderer-Familie in Brasilien. Was sie damals in ihrer deutschen Gemeinschaft von Hitler hörte, begeisterte sie derart, dass sie freiwillig ins Reich reiste. Alda blieb acht Jahre lang, arbeitete unter anderem im Lazarett. Warum tat sie das?

Das Opfer

Dass Jurek Szarf die Jahre 1933 bis 1945 überlebte, grenzt an ein Wunder. Der junge polnische Jude wurde an die Wand geworfen, badete in Unkrautvernichtungsmittel, war zur Erschießung eingeteilt, überlebte zahlreiche Krankheiten und Konzentrationslager.

Der Soldat

Friedrich Wilhelm Grade war „LI“ auf U96 – Leitender Ingenieur also auf dem U-Boot, das durch das Buch von Lothar Günther Buchheim so berühmt wurde. Heute ist er 103 Jahre alt und spricht im Interview mit unserer Redaktion über Vergangenheit und Fahneneid.

Die Vertriebene

14 Millionen Deutsche verloren mit dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat in Gebieten, die von der Roten Armee erobert wurden. Eine ist Hannelore Adebar, die sich mit Mutter, Oma und zwei Schwestern bis zur holländischen Grenze durchschlug. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Das Kind

Udo Goedecke verlebte in Osnabrück eine ganz normale Kindheit – so empfand er es zumindest. Bis an einem Palmsonntag die halbe Stadt zerbombt wurde. Was hat er in Schule, Alltag und Stadt erlebt? Wie prägte die NS-Zeit seine Kindheit und sein Leben?