Acht Klubs aus Region Osnabrück Pilotprojekt: Sportvereine sollen Gesundheitspartner in Kommunen werden

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Klassischer Gesundheitssport: In der Rückenschule beim SuS Buer trainieren Teilnehmer den Rückenaufbau und Entspannung. Foto: Stefan GelhotKlassischer Gesundheitssport: In der Rückenschule beim SuS Buer trainieren Teilnehmer den Rückenaufbau und Entspannung. Foto: Stefan Gelhot

Melle. Wenn es nach dem Niedersächsischen Turner-Bund (NTB) geht, werden die Sportvereine die Gesundheitspartner Nummer eins in den Kommunen. In dem Pilotprojekt „Gesunder Turnverein Niedersachsen“ wollen Vereine in Stadt und Landkreis Osnabrück ihr Gesundheitsangebot erweitern und verbessern.

Laut Projektleiterin Claudia Nolden von der Landesturnschule Melle leistet der NTB in erster Linie „Hilfe zur Selbsthilfe“, damit die teilnehmenden Sport- und Turnvereine aus der Region Osnabrück, Braunschweig und Schaumburg ihre selbst gesteckten Ziele im Gesundheitssport umsetzen. Mal ist es die Gründung einer Rehasportgruppe, mal das Angebot eines zuschussfähigen Präventionskurses, die Ausbildung passender Übungsleiter oder die Erschließung einer neuen Zielgruppe durch Outdoorangebote.

Nachhaltige Entwicklung

Das Ziel des NTB ist laut Nolden, die Vereine bei der Etablierung von Gesundheitssport und der Qualifizierung von Trainern zu unterstützen. Dazu wurden die individuellen Situationen der Vereine und ein möglicher Bedarf analysiert.

Noch bis Ende 2018/Anfang 2019 werden sich die teilnehmenden Vereine in den jeweiligen Arbeitsgruppen zusammenfinden, um ihre jeweiligen Ziele und Projekte umzusetzen. Am Ende sollen die Gesundheitssportangebote möglichst nachhaltig in den Vereinen verankert werden. Auch ein Expertennetzwerk soll auf diese Weise entstehen.

Vereine als Partner in den Kommunen

Das Projekt ist vor dem Hintergrund des „Gesetzes zur Gesundheitsförderung und der Prävention“ in Kooperation mit der Krankenkasse AOK entstanden, erklärt Nolden. Das „Präventionsgesetz“ verpflichtet unter anderem Krankenkassen, aktive Präventionsarbeit im Gesundheitsbereich zu leisten.

„Die Krankenkassen wollen die Menschen in ihren unterschiedlichen Lebensbereichen erreichen und dort etwas für ihre Gesundheit tun“, sagt die Projektleiterin. Turn- und Sportvereine sollen deshalb ein starker Partner von kommunalen Einrichtungen, Betrieben, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindergärten werden. „Wenn die überlegen ‚an wen wenden wir uns‘, sollen sie in dem Moment an den Turnverein denken“, sagt Nolden. Sie und ihre Partner begleiten mit ihrer Expertise diese Arbeit, helfen in Sachen Werbung oder beim Finden von Kooperationspartnern.

Acht Bewerber ausgewählt

Der NTB legte mit den Turnkreisen in Stadt und Landkreis Osnabrück, Braunschweig sowie Schaumburg drei Pilotregionen in Niedersachsen fest. Laut Nolden stellen die Kreise große und kleine Verein aus städtischen sowie ländlichen Regionen dar. Damit bilden sie ein möglichst breites Feld an Vereinsstrukturen ab.

Plätze für den Projektauftakt waren begrenzt: Nach vorangegangenen Bewerbungen wurden aus Stadt und Land Osnabrück acht Vereine ausgewählt. Dabei sind der TV Wellingholzhausen, die Eickener Spielvereinigung, Condordia Belm-Powe, Teutonia Aschendorf, der SuS Vehrte, der SuS Buer, der SC Melle und der TSV Osnabrück.

Nur 19 von 160 Vereinen zeigten Interesse

Einladungen zu einer ersten Infoveranstaltung gingen an rund 160 Vereine in Stadt und Landkreis Osnabrück sowie jeweils 60 Vereine in Braunschweig und Schaumburg. In der Region Osnabrück nahmen nur 19 der 160 Vereine daran teil. Womöglich sei es schon an den Kommunikationswegen gescheitert, vermutet Nolden als Grund für die verhältnismäßig geringe Teilnahme. „Ich habe kurz vorher ein Feedback erhalten, dass die Einladung nur kurz oder auch gar nicht weitergeleitet wurde“, sagt Nolden. Andere Vereine hätten vielleicht auch einfach kein Interesse gehabt.


Was ist Gesundheitssport?

„Gesundheitssport ist eine aktive, regelmäßige und systematische körperliche Belastung mit der Absicht, Gesundheit mit all ihren Aspekten, das heißt somatisch wie psychosozial, zu fördern, zu erhalten oder wiederherzustellen“, definiert die „Kommission Gesundheit“ des Deutschen Sportbundes. Zu den Kernzielen gehören die Verbesserung der Bewegung, Verminderung von Risikofaktoren und die Bewältigung von Beschwerden.

Inhaltliche Schwerpunkte von Gesundheitssport sind laut Angaben des Niedersächsischen Turner-Bundes (NTB) etwa Haltung und Bewegung, Herz-Kreislauf und Stressreduktion. Das umfasst Rehabilitationsmaßnahmen wie Herzsportgruppen, Sport bei orthopädischen Erkrankungen wie Wirbelsäulenschäden, Knie- und Hüftgelenkersatz, aber auch Angebote für haltungsschwache und bewegungsauffällige Kinder. Hinzu kommen Präventionsangebote für das Muskel-Skelett-System, das Herz-Kreislauf-System und zur Entspannung. (dah)

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