Kreissportbund Osnabrück sagt Danke FSJ in Sportverein und Schule immer beliebter

Von Lorena Dreusicke


Osnabrück. Sie sollen das Ehrenamt verstärken und neue Ideen einbringen: die Freiwilligendienstler bei Sportvereinen im Osnabrücker Land. 47 junge Menschen haben sich derzeit verpflichtet – mehr als je zuvor.

Seit vier Monaten gestalten die jungen Leute den Vereins- und Schulsport mit: Sie assistieren den Übungsleitern und betreuen Sport-AGs in Grundschulen oder Kindergärten. Bei einer „Dankeschönveranstaltung“ des Kreissportbundes Osnabrück-Land und des Landkreises im Kreishaus berichteten sie von ihren Erfahrungen. Rund 35 Freiwillige von mehr als 20 Sportvereinen waren gekommen. „Ihr entlastet die Ehrenamtlichen in den Vereinen, deshalb seid ihr so beliebt und begehrt – danke“, sagte Hans Wedegärtner, Vorsitzender des Kreissportbundes Osnabrück-Land.

Tatsächlich füllen die Freiwilligen oft eine Personallücke. Jens Rüffer, stellvertretender Vorsitzender des TSV Westerhausen sagte: „Unter zwei geht es nicht. Wenn unsere beiden bei ihren Seminaren sind, müssen wir die Überbrückung genau planen.“ Sein Verein beschäftigt seit sieben Jahren junge Erwachsene, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leisten möchten und zusätzlich seit fünf Jahren junge Franzosen aus einem Austauschprojekt. „Das Klima im Verein hat sich gewandelt“, sagte Rüffer. „Dadurch dass die FSJler überall herumwirbeln, ist der Austausch untereinander besser.“

Für die jungen Erwachsenen bietet das Jahr Zeit und Gelegenheit, sich auszuprobieren und die eigene Zukunft zu planen. Viele wissen noch nicht, wie es für sie nach dem Schulabgang weitergehen soll. Sie nutzen den Bundesfreiwilligendienst beziehungsweise das FSJ im Verein als Brückenjahr zu Studium oder Ausbildung. Als Entschädigung erhalten sie 300 Euro im Monat.

2014 startete der Freiwilligendienst im Osnabrücker Land mit 22 Teilnehmern. Ein Jahr später stieg der Landkreis in die Finanzierung ein, wodurch sich die Zahl auf 42 fast verdoppelte. Nachdem das Kultusministerium rechtliche Kritik an der Schulkooperation geäußert hatte, knickte die Bilanz 2016 ein auf 30 Freiwillige. Aktuell sind es wieder deutlich mehr, im kommenden Jahr könnten es mehr als 50 sein, prognostizierte Kreissportbund-Geschäftsführer Kersten Wick.

Vier FSJler im Kurzporträt

David Braunsmann, 19 Jahre, Abiturient, FSJ beim TSV Westerhausen:

„Ich wusste nicht, was ich nach dem Abitur machen will. Da ich sehr sportaffin bin, habe ich mich für das FSJ entschieden.“ Mittlerweile stehe für ihn fest: Er will anschließend Wirtschaftswissenschaften studieren.

Melissa Rodriguez Sas, 27 Jahre, Sportwissenschaftlerin, FSJ beim TSV Westerhausen:

Die Spanierin trainierte in Galicien die Nachwuchsabteilung des Erstligisten Celta de Vigo. Jetzt betreut sie die Fußballjugend beim TSV Westerhausen sowie eine AG in der Schule und spielt selbst bei SG Melle/Westerhausen. „Mein Mann hat ein Praktikum hier bekommen, seit einem Jahr leben wir in Rödinghausen. Eine Mitspielerin hat mir von dem FSJ erzählt, es ist perfekt.“

Svenja Wieczorek, 17 Jahre, Mittlere Reife, FSJ bei SV Concordia Belm-Powe:

„Ich möchte später eine Ausbildung machen, aber habe mich erst mal für das FSJ beworben.“ Seit rund zehn Jahren spielt sie Basketball im Belmer Verein. Jetzt unterstützt sie den Vereinssport, leitet mit ihrem FSJ-Kollegen die Sport-AG in der Schule und kümmert sich dort auch um die Hausaufgabenbetreuung.

Lukas Laumann, 19 Jahre, Abiturient, FSJ beim SV Concordia Belm-Powe:

„Als Kind habe ich Fußball und Tischtennis beim VfR Voxtrup gespielt, wohne aber um die Ecke vom SVC.“ Die Nähe und Größe des Vereins habe ihm zugesagt. „Ich bin sehr sportaffin und möchte danach auch weiter etwas mit Sport machen.“ Ein Studium an der Deutschen Sporthochschule in Köln könne er sich gut vorstellen. „Es ist ein komplettes Kontrastprogramm zur Schule. Man arbeitet jetzt mit Kindern zusammen statt mit Gleichaltrigen, aber es macht viel Spaß.“