Mönstermann übernimmt von Lahrmann VfR Voxtrup: Erfolgreicher Stabwechsel im zweiten Anlauf

Alte und neue Führung: Von links Ralf Albers, Heinz-Wilhelm Michel, Achim Lahrmann, Michael Mönstermann, Sandra Plogmann und Thorsten Bensmann. Foto: Stefan GelhotAlte und neue Führung: Von links Ralf Albers, Heinz-Wilhelm Michel, Achim Lahrmann, Michael Mönstermann, Sandra Plogmann und Thorsten Bensmann. Foto: Stefan Gelhot

Zwei Anläufe und der Einsatz einer Findungskommission waren nötig. Nun aber kann Achim Lahrmann sagen: „Wir übergeben einen Verein, den wir ins 21. Jahrhundert geführt haben, in Bestform.“ 22,5 Jahre stand der Rechtsanwalt dem VfR Voxtrup vor. Jetzt ist Michael Mönstermann Nachfolger als 1. Vorsitzender des Vorstadtklubs.

„Wie die Jungfrau zum Kinde“ sei er zum Amt des 1. Vorsitzenden gekommen, erinnert sich der scheidende Lahrmann an das Jahr 1995, als die Ex-Oberturnwartin und Vereinsikone Ilse Buermeyer ihn als Ortsrats-Mitglied bat, dem VfR zu helfen. Damals war der zweifache Vater erst eineinhalb Jahre Vereinsmitglied.

„Ich habe dann aber recht schnell mein Projekt gefunden“, erinnert sich der 61-Jährige an die erste große Aufgabe: Das Forcieren des Neubaus der Sporthalle Am Mühlenkamp, der nur auf Rang drei der Prioritätenliste der Stadt stand, aber als erstes realisiert wurde. Auch, weil der Vorstand Rats- und Ausschusssitzungen besuchte, Klinken bei Entscheidern putzte, Eingaben verfasste. „Am Ende haben die wohl gedacht: ‚Wir haben vom Lahrmann die Schnauze voll‘ – und die Halle gebaut, damit sie mich endlich los sind“, erinnert sich der Rechtsanwalt schmunzelnd. Seit 2001 betreibt der VfR in der Halle eine aus Eigenmitteln (30 000 Euro) finanzierte Cafeteria, die nun auch die VfR-Geschäftsstelle beherbergt.

Prägend für die solide Entwicklung des Clubs seit der Jahrtausendwende war der Einstieg der am Freitag ebenso abgetretenen Heinz-Wilhelm Michel als Geschäftsführer (seit 2003) und Ralf Albers als Schatzmeister (seit 2004): Letzteres laut Lahrmann das wichtigste Amt angesichts latent steigender Pflichten eines Vereins in puncto Bilanzierung und Steuerrecht. „Wir haben in den letzten 15 Jahren auch gestritten – aber nur in der Sache. Unser absolutes Vertrauensverhältnis half stets, gute Kompromisse und Lösungen zu finden“, so Lahrmann. Unter der Ägide des Trios baute der Club die Umkleideräume an der Wasserwerkstraße aus, sanierte beide Klubhäuser (Fußball und Tennis) und gestaltete aktiv den Sprung ins digitale Zeitalter. So gewann die VfR-Internet-Homepage den LEO- Medienpreis, soziale Netzwerke werden konstant bespielt.

„Am wichtigsten ist aber der Verein als soziales Netzwerk: Die kleinen Gespräche am Platz mit Gleichgesinnten, die durch nichts zu ersetzen sind. Gerade, wenn es einem persönlich mal nicht so gut geht aus irgendeinem Grund“, sagt Lahrmann, der als Mitglied dem VfR die Treue halten und vielleicht bald die „Flickflack-Gruppe“ bereichern wird – die Senioren-Fitnessgruppe des Klubs. Selbst spielte er aktiv in der inzwischen wieder aufgelösten Badminton-Abteilung beim VfR und denkt gern an den Winter 2003 zurück, als es ihm gelang, die Nationalmannschaft nach Osnabrück zu holen: Mit dem BC 83 war der VfR Ausrichter, als Deutschland um Ingo Kindervater die Niederlande vor 650 Fans in der Schlosswallhalle 5:0 schlug.

Sein Nachfolger Michael Mönstermann ist 54 Jahre alt und Mitglied des Lauftreffs – laufbegeisterte Sportler aus Voxtrup, die seit drei Jahren als Abteilung im VfR firmieren. 63 anwesende Mitglieder wählten zudem Thorsten Bensmann aus der Tennisabteilung zum Schatzmeister. Als Geschäftsführerin übernimmt Sandra Plogmann – Ehefrau des VfR-Basketballers Dirk Plogmann.

„Dass es gelungen ist, eine Frau zu gewinnen, kann mit Blick auf aktuellen Herausforderungen für Sportvereine nur gut sein“, sagt Lahrmann. Maßgeblich für die Wahl der Neuen am Freitag bei der Außerordentlichen Versammlung war eine Überzeugungsarbeit einer klubinternen Findungskommission um Ralf Plogmann, Manuel Seidel, Horst Singbeil und Michael Budde. Im März war zur regulären Versammlung keines der 1124 Mitglieder bereit gewesen, die vakanten Ämter zu übernehmen.


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