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19.10.2017, 08:40 Uhr KOMMENTAR

Sportzuschüsse der Stadt Osnabrück: Immer im Spagat

Kommentar von Johannes Kapitza

Große Vereine wie der Osnabrücker Turnerbund mussten Abstriche bei der Förderung in Kauf nehmen. Foto: Moritz FrankenbergGroße Vereine wie der Osnabrücker Turnerbund mussten Abstriche bei der Förderung in Kauf nehmen. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Die zum 1. April in Kraft getretenen neuen Sportförderrichtlinien sind zum ersten Mal auf den Konten der Osnabrücker Sportvereine spürbar. Eine Erinnerung, dass Vereine sich nur noch leisten sollen, was sich auch unterhalten können, meint unser Kommentator.

Warum werden Tennisplätze mit Allwetterbelag nun so viel höher bezuschusst als vorher?“, fragen die einen. „Warum wurden sie bislang so gering gefördert?“, halten die anderen dagegen. Das macht schon das Dilemma deutlich: Gerechtigkeit ist immer ein subjektives Gefühl. Die städtische Sportverwaltung hat sich alle Mühe gegeben, die neuen Sportförderrichtlinien ausgewogen zu gestalten. Allen recht machen konnte sie es von vornherein nicht.

Nun bekommen einige große Vereine weniger und viele kleine Clubs wieder etwas mehr Geld. Weil der OSC und der OTB in den vergangenen Jahren flächenmäßig gewachsen sind, hatten sie Anspruch auf höhere Zuschüsse. Das ging auf Kosten der anderen Clubs, weshalb sich die Politik zu einer Neuordnung veranlasst sah.

Seit 2014 werden jährlich 850000 Euro ausgeschüttet, stolze 200000 Euro mehr als in den Jahren zuvor. Eine erneute Erhöhung ist angesichts knapper Kassen nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Die Deckelung von Bauzuschüssen ist eine nachdrückliche Erinnerung an die Clubs, dass sie sich nur noch leisten sollen, was sie größtenteils selbst bezahlen und später auch unterhalten können.

Die öffentlichen Fördermittel sind begrenzt, und Sponsoren fallen nicht vom Himmel. Deshalb müssen die Vereine weiter zäh um jeden Euro ringen, wenn sie zukunftsfähig bleiben und ihren Mitgliedern eine vielfältige Sportauswahl zum bezahlbaren Preis anbieten wollen. Gleichwohl darf ihre gesundheitliche und gesellschaftlich so bedeutsame Arbeit nicht zum riskanten Zuschussgeschäft werden. Genau wie für die Verwaltung ist es auch für die Vereine ein schwieriger Spagat, allen Ansprüchen gerecht zu werden.


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