Warteliste wohl bis 2019 aufgelöst Höchstgrenzen für Bauzuschüsse für Osnabrücker Sportvereine

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Bei den Zuschüssen zu Baumaßnahmen hat der Stadtrat in den neuen Sportförderrichtlinien Obergrenzen eingezogen. Foto: dpaBei den Zuschüssen zu Baumaßnahmen hat der Stadtrat in den neuen Sportförderrichtlinien Obergrenzen eingezogen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück unterstützt die Vereine bei Baumaßnahmen und Investitionen mit jährlich 150000 Euro. Der Stadtrat hat jedoch eine neue Obergrenze gezogen. Der größte Zuschuss floss in diesem Jahr an den Osnabrücker Turnerbund.

69917,80 Euro bekam der OTB für die gebotene Erneuerung des Brandschutzes und die Installation einer Blitzschutzanlage. 13465,69 Euro gab es außerdem für die Kellerabdichtung des Hauptgebäudes an der Oberen Martinistraße, nachdem bereits ein veritabler Wasserschaden aufgetreten war.

Der Reiterverein Osnabrück erhielt 17841,76 für die Sanierung seines Turnierplatzes. „In allen Fällen handelte es sich um unaufschiebbare und unabweisbare Maßnahmen zur Sicherung der Funktionsfähigkeit von Bauten und Anlagen, die eine erhebliche Bedeutung für den Verein haben“, erklärt Jörg Schirmbeck, Fachdienstleiter Sport der Stadt Osnabrück, in einer Mitteilung der Verwaltung die Dringlichkeit der Arbeiten.

Okay vom Verwaltungssausschuss

Weil die Beträge über 10000 Euro lagen, musste der Verwaltungsausschuss sein Okay geben. Der Schul- und Sportausschuss bewilligte in diesem Jahr außerdem drei Maßnahmen über 5000 Euro. Für 15 weitere Anträge von der Anschaffung eines Ballschrankes (173,33 Euro) bis zum Bau einer Be- und Entlüftungsanlage (4500 Euro) durfte die Sportverwaltung die Freigabe erteilen.

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Bei den Zuschüssen zu Baumaßnahmen hat der Stadtrat in den neuen Sportförderrichtlinien Obergrenzen eingezogen. Unerlässliche Maßnahmen, die die Funktionsfähigkeit einer Sportanlage sichern sollen – ebenjene Priorität 1 – werden beispielsweise mit maximal 75000 Euro gefördert. Der öffentliche Zuschuss von 30 Prozent fließt also bis zu förderfähigen Baukosten von 250000 Euro.

OTB: Maximalförderung hemmt tendenziell die großen Vereine

Alles darüber wird nicht mehr anteilig gefördert. Auch in den weiteren Prioritätsstufen gibt es neuerdings Höchstgrenzen (siehe Zur Sache). Diese Deckelung ist aus Sicht des OTB-Vorsitzenden Matthias Strauß für die Vereine „problematisch, wenn mal größere Vorhaben wie Investitionen in den Brandschutz anstehen“. Die Maximalförderung hemme tendenziell die großen Vereine in ihrer Entwicklung, die eher teurere Bauprojekte angingen als ein kleiner Verein, glaubt Strauß.

Große Bauvolumen banden beträchtlichen Anteil der Mittel

Zu den großen Vorhaben der jüngeren Vergangenheit zählten das Kindersportzentrum „KidsZ“ des Osnabrücker SC (2,2 Millionen Euro) und das Fitnessstudio „Athleticum“ des OTB (2,3 Millionen). Die großen Bauvolumen banden jeweils einen beträchtlichen Anteil der städtischen Mittel. Um nicht den gesamten Fördertopf mit einer einzigen Maßnahme auszuschöpfen, wurden die Zuschüsse für das KidsZ (rund 156000 Euro) beispielsweise über mehrere Jahre jeweils in einzelnen Raten bewilligt. Engpässe gab es trotzdem: Anträge, die nicht erfüllt werden konnten, landeten auf einer Warteliste, die voraussichtlich bis 2019 aufgelöst sein wird.


Alte und neue Regelungen für Zuschüsse zu Bauvorhaben

Priorität 1: Unaufschiebbare und unabweisbare Maßnahmen zur Sicherung der Funktionsfähigkeit von Bauten und Anlagen, die eine erhebliche Bedeutung für den Verein haben.

  • vorher bis zu 33 %
  • jetzt bis zu 30 %, maximal 75000 Euro

Priorität 2: Maßnahmen, die überwiegend die Jugendarbeit (neu: Jugend- oder Seniorenarbeit) fördern sowie Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und zur Energieeinsparung.

  • vorher bis zu 20 %
  • jetzt bis zu 20%, maximal 50000 Euro

Priorität 3: Investitionen zur sportlichen Leistungssteigerung und als Voraussetzung für steigende (neu: steigende oder sich verändernde) Mitgliedschaft.

  • vorher bis zu 10 %
  • jetzt bis zu 10 %, maximal 25000 Euro

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