Waschen, bügeln, flicken „Gitta“ Lauxtermann seit 40 Jahren Zeugwartin beim BSV Holzhausen

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Georgsmarienhütte. Seit 40 Jahren ist Brigitta Lauxtermann Zeugwartin beim BSV Holzhausen. Logistische Meisterleistungen und jede Menge Handarbeit gehören zu ihrem Alltag, aber auch die Wertschätzung des Vereins.

Sie ist keine Frau der großen Worte, aber sie hat schon viel erlebt. Das merkt man Brigitta Lauxtermann, die fast alle beim BSV nur „Gitta“ nennen, an. Die 80-Jährige ist seit 1965 im Verein, kam 1946 aus Schlesien zunächst nach Glane und anschließend nach Sutthausen. Ihren Mann, von Kind auf BSV-Mitglied, heiratete Lauxtermann 1956. „Seine Begeisterung hat irgendwie abgefärbt“, sagt sie, während sie auf ihrem eigenen Platz mit der Aufschrift „Gitta“ und einem kleinen „Danke“ auf der BSV-Tribüne am Sportplatz sitzt.

Im Verein begann sie zunächst in der Damengymnastikgruppe und mit dem Kinderturnen. Zeugwartin wurde sie eher durch Zufall, erzählt sie. „Ich habe vorher für meine Kinder gewaschen und dann immer wieder den Mannschaftskoffer mitbekommen. Es hieß immer, Mama hat ja Platz, die macht das schon.“ Vier Kinder, 14 Enkel und vier Urenkel zählen zu ihrer großen Familie. Seit 1977 ist „Gitta“ inzwischen Zeugwartin der ersten Mannschaft. Zeitweise wusch sie sogar Trikots für drei Teams, für die dritte Herren immerhin 25 Jahre.

Logistische Meisterleistung

Logistisch ist die Aufgabe durchaus anspruchsvoll, weiß Lauxtermann. „Der halbe Keller ist dann voll, zwei Waschmaschinen laufen immer. Weiße und bunte Wäsche gehen ja nicht zusammen.“ Inzwischen ist es vermeintlich einfacher geworden, vor allem durch die besseren Materialien der Bekleidung. So musste Lauxtermann früher noch die Leinenhosen bügeln, Gummizüge und Nähte flicken. Heute ist alles aus Polyester, dafür sind die Rückennummern nicht mehr aufgenäht, sondern geflockt und damit empfindlicher.

Ein Spieltag beginnt für Lauxtermann immer schon ein paar Tage vor der eigentlichen Partie. Dann schaut sie sich die Mannschaftsfotos an, die sie vor der Saison aus der Zeitung geschnitten hat. „Ich muss mich vorher schlau machen, welche Trikotfarben die anderen Mannschaften tragen. Bei Auswärtsspielen muss ich dann manchmal andere Trikotsätze mitnehmen“, erzählt sie. Problematisch waren dabei teilweise die Schiedsrichter, die gleichfarbige Stutzen bei gegnerischen Teams nicht duldeten.

Mit dem Auto oder dem Bus begleitet Lauxtermann viele Auswärtsspiele des BSV, „wenn es nicht zu weit ist oder die Spiele abends sind.“ Die gegnerischen Plätze betrachtet sie stets mit dem Auge einer Zeugwartin. „Am schlimmsten waren die roten Ascheplätze, zum Beispiel in Sutthausen oder Harderberg. Die Jungs wollten darauf gerne mit weißen Trikots oder Stutzen spielen, weil es ja gut aussieht.“ Anschließend musste Lauxtermann ordentlich schrubben. Vor- und Nachwäsche waren fast immer nötig, vor allem dann, wenn das Wetter nicht mitspielte.

Für Engagement ausgezeichnet

Bei Heimspielen lässt Lauxtermann immer den Keller auf, sie wohnt einen knappen Kilometer vom Sportplatz entfernt. „Mal fehlte etwas, dann kann jemand aus der Mannschaft zu mir fahren. Die wissen alle, wo was steht“, erzählt die 80-Jährige. Ihre Kinder blieben bei Heimspielen früher bei ihren Großeltern. „Mein Mann und ich konnten dann in Ruhe am Platz sein“, sagt Lauxtermann.

Die Verantwortlichen beim BSV wissen, was sie an ihrer Zeugwartin haben. Für ihr Engagement bekam sie auf der vergangenen Jahreshauptversammlung das Wappentier des Vereins überreicht und wurde jüngst beim Familientag geehrt. „Sie ist eine tolle Persönlichkeit, zuverlässig und nimmt kein Blatt vor den Mund. Das zeichnet sie menschlich aus“, sagt Dirk Niemeyer, Vorsitzender des BSV.

Es wirkt so, als wolle Lauxtermann noch lange Teil des Vereins bleiben. Sie genießt den Trubel auf der Tribüne, immer wieder wird sie angesprochen und unterhält sich mit Leuten. Verbesserungsvorschläge für ihren Alltag als Zeugwartin wischt sie mit einem Lächeln beiseite. Ob sie es schon einmal mit einem Strafenkatalog für nicht durchgezogene Stutzen oder nicht auf links gezogene Trikots versucht habe? „Das machen die Jungs doch sowieso nicht. Ich habe es mal versucht, aber das hat nicht hingehauen“, sagt Lauxtermann mit einem Lächeln. Sie muss es wissen, schließlich hat sie reichlich Erfahrung.


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