Den Heimvorteil nicht genutzt Radball-DM: Ausrichter Bramsche „nur“ Vierter


Bramsche. Vor dem Wochenende haben die Rasenradballer vom Radsportverein Frisch Voran 07 Bramsche die Deutsche Meisterschaft als Ziel ausgegeben, am Ende sprang aber nur der vierte Platz heraus. Freuen konnten sich die Bramscher immerhin über viel Lob für die bereits achte Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft im 6er Rasenradball.

„Die vielen Unentschieden und die schlechte Chancenverwertung haben uns den Titel gekostet. Da sind wir natürlich enttäuscht“, resümierte Bramsche-Kapitän Rolf Lakomiak nach den beiden Turniertagen. Im Modus Jeder gegen Jeden verspielten die Bramscher in fünf Spielen zweimal eine Führung und kamen deshalb nicht über zwei Siege und zwei Unentschieden hinaus. Im letzten Spiel hätte ein Sieg gegen den bereits feststehenden Meister RMSV Düsseldorf sogar noch für den zweiten Platz gereicht, doch nach einer frühen Führung verloren die Bramscher in letzter Sekunde. „Wir sind auch nicht mehr die Jüngsten. Andere Teams können auch in der zweiten Halbzeit richtig Gas geben“, lachte Lakomiak und spielte darauf an, dass einige Teammitglieder bereits auf die 60 zu gehen.

Trotz des fortgeschrittenen Alters einiger Akteure, bekamen die Zuschauer auf dem Bramscher Wiederhall aber temporeiche Spiele zu sehen. Im Vollsprint rasten die Sportler mit ihren Rädern über den Platz, knallten auch mal ineinander, verhielten sich aber immer fair – falschen Ehrgeiz gab es trotz der sportlichen Brisanz, die eine deutsche Meisterschaft mit sich bringt, nicht. Für die spektakulärste Aktion sorgte der 58-Jährige Bramscher Torwart Werner Renzenbrink, als er mit seinem Rad durch die Luft flog und einen Siebenmeter parierte.

Dass es zu keinen Streitigkeiten auf dem Feld kam, lag aber auch an der besonderen Atmosphäre unter den Rasenradballern. „Man kennt sich, und so ist das ein großes jährliches Treffen, auf das sich alle immer freuen“, verdeutlicht Manfred Klose, Vorsitzender vom RSV Bramsche und Cheforganisator der DM, die besondere Stimmung in der Radsportgemeinschaft.

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Den Titel sicherten sich schließlich die Düsseldorfer, die alle fünf Spiele gewannen und sich erstmalig zum deutschen Meister krönten. Dabei gibt es die Rasenradballmannschaft erst seit sieben Jahren. „Das ist damit auch eine Belohnung für die Arbeit und Steigerung in den letzten Jahren“, befand Betreuer Werner Schmitt, der selbst schon über 50 Jahre im Radsport aktiv ist, mit seinen 78 Jahren aber nun ebenfalls erstmalig deutscher Meister ist. Aufgrund seiner Erfahrung weiß er auch genau, was dieses Jahr den Unterschied gemacht hat: „Wir haben taktisch hervorragend gespielt und defensiv sehr gute Arbeit geleistet.“ So bekamen sie nur ein Gegentor – im letzten Spiel gegen die Bramscher.

Trotz des sportlich enttäuschenden Turnierverlaufs zog Klose am Ende des Wochenendes aber ein positives Fazit: „Wir wurden für die Organisation viel gelobt und sind zum Glück vom schlechten Wetter verschont geblieben.“ Dass es nur der vierte Platz war, kommentiert er daher auch mit einem Augenzwinkern: „So sind wir eben in allen Belangen ein guter Gastgeber gewesen.“


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