Bald gegen HSV, Werder, Meppen Osnabrücker SC: B-Juniorinnen in der Bundesliga

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Bald in der Bundesliga aktiv: die B-Juniorinnen des Osnabrücker SC. Foto: OSCBald in der Bundesliga aktiv: die B-Juniorinnen des Osnabrücker SC. Foto: OSC

Osnabrück. Am Freitagabend ließ Thomas Kastrup beim Osnabrücker SC mit Vergnügen die Bombe platzen: Seine B-Juniorinnen kamen zum Training mit Blick auf fordernde Aufstiegsspiele zur Fußball-Bundesliga im Juli – und ihr Trainer durfte verkünden, dass diese gar nicht mehr ausgetragen werden.

Die OSC-Mädchen spielen als Krönung einer ganz starken Entwicklung ab Sommer in der höchsten Liga.

„Wir freuen uns enorm: Für uns als Mannschaft und auch für den Verein ist das eine Riesensache“, sagt Kastrup, der am Mittwoch vom Verband den entscheidenden Anruf erhielt. Botschaft: Neben Holstein Kiel wird auch der SV Henstedt-Ulzburg seine Aufstiegschance zur Bundesliga nicht wahrnehmen – so ist der OSC als Vizemeister der Niedersachsenliga automatisch qualifiziert. Sportlich erscheint das sinnvoll: „Beide Teams aus Schleswig-Holstein haben verzichtet, weil viele Fußballerinnen deren U17 im Sommer verlassen. Bei uns rücken aus dem 24er-Kader mit Emily Haunhorst, Milena Meyknecht, Lisa-Marie Witte und Sonja Briesemeister nur vier Spielerinnen in die Damen auf“, freut sich Kastrup darauf, das Abenteuer Bundesliga mit seinen Mädchen anzugehen.

Mit 38 geholten Punkten aus 18 Spielen hatten die jungen OSC-Kickerinnen in der abgelaufenen Saison in der Niedersachsenliga für Furore gesorgt – aber stets den Fair-Play-Gedanken geachtet: Als im April Gegner Deister United mit nur zehn Spielerinnen anreiste, entschied Kastrup mit seinen Mädchen, auch nur zu zehnt aufzulaufen. Der OSC gewann die Partie nur mit Mühe 2:1: In Anbetracht der Tatsache, dass es um den Bundesliga-Aufstieg ging, eine bemerkenswerte Aktion, die der Niedersächsische Fußballverband als Fair-Play-Geste des Monats April 2017 auszeichnete.

Nun kommen ab Sommer große Namen wie VfL Wolfsburg, Werder Bremen, Hamburger SV und SV Meppen an die Hiärm-Grupe-Straße. Für diese Highlights wird die starke Elf um Spielführerin Christin Heinemann, Meike Thörner, Carolin Hedemann, Torjägerin Vanessa Beste und die Talente Anna Meyknecht und Marie Ammermann, die noch C-Jugend spielen könnten, gezielt verstärkt: Aus Meppen kommt Torhüterin Emine Lenz, dazu kehrt Abwehrspielerin Inga Bergmann zurück. Und Torjägerin Sophie Berger kommt von der SG Bramsche/Rieste.

Aktivitäten, die erkennen lassen: Kastrup & Co. haben ihre Hausaufgaben gemacht. „Wir hatten schon im März beim DFB die Unterlagen für die Bundesliga eingereicht. Ausweichplätze, Orga-Team Physiotherapeut: Alles ist nachgewiesen worden“, so Kastrup, der sich freut über die Unterstützung des Gesamtvereins samt seiner Infrastruktur wie über die gute Zusammenarbeit beim Frauen- und Mädchenfußball beim OSC – etwa mit den Ko-Trainern Dirk Heinemann und Fabrice Jouffrau und vielen unterstützenden Eltern.

Die wird notwendig sein, da die Heimmannschaft in der Liga stets die ordentliche Beherbergung der Gäste in der Nacht vor dem Spiel gewährleisten muss. „Dafür bekommen wir vom DFB 15000 Euro Starthilfe. Die wird aber bei Weitem nicht reichen“, sagt Kastrup, der vor neun Jahren begann, Frauenfußball beim OSC zu etablieren – und neben den B-Juniorinnen stolz auf zwei Frauenteams (Oberliga/Kreisliga) sowie C- und D-Mädchen im Spielbetrieb blicken kann.

„Wir werden bestimmt in einigen Bundesliga-Spielen Lehrgeld zahlen müssen. Aber allein das Punktspiel auf der Akademie von Turbine Potsdam wird großartig. Wir und die Mädchen werden Erfahrungen machen, von denen wir lange zehren können“, sagt Kastrup.


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