Keck und Grummert in Daegu erfolgreich Osnabrücker Leichtathleten holen acht Medaillen bei Senioren-WM

Stolz auf ihre Medaillen: Die Osnabrücker Heinz Keck und Karin Grummert waren in Südkorea erfolgreich. Foto: Egmont SeilerStolz auf ihre Medaillen: Die Osnabrücker Heinz Keck und Karin Grummert waren in Südkorea erfolgreich. Foto: Egmont Seiler

jals Osnabrück. Karin Grummert und Heinz Keck sind erfolgreich von der Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Senioren in Daegu zurückgekehrt. Nicht nur die acht Medaillen waren eine Bereicherung für beide. „Das war ein Super-Event in einem spannenden Land“, findet Grummert.

Am Tag vor dem Abflug war Grummert zu Hause überrascht worden. Ihre Trainingsgruppe hatte für die Osnabrückerin gesammelt und ihr für das Turnier in Südkorea einen dreistelligen Geldbetrag mit auf den Weg gegeben. „Ich war von dieser Hilfe überwältigt“, sagt sie dankbar. Keck kann die Dankbarkeit gut nachvollziehen: „Man muss als Teilnehmer einer Senioren-WM alles selbst organisieren. Dazu gehören sowohl das Startgeld in Höhe von knapp 200 Euro als auch die Flüge und die Hotels. Man muss schon bekloppt sein, wenn man da mitmachen will.“

Von Bedingungen in Südkorea begeistert

Teilnehmer der Weltmeisterschaft für Senioren müssen mindestens 35 Jahre alt sein. Unterstützung vom Deutschen Leichtathletik-Verband gibt es für die Athleten nicht: „Ich arbeite noch nebenbei, um mir die Teilnahme weiterhin ermöglichen zu können“, sagt der 76-jährige Keck.

Die Reise über Peking nach Daegu hat sich für beide jedoch voll ausgezahlt. „Das war ein Weltklasseturnier“, sagen sie einvernehmlich. „Nie haben wir eine Veranstaltung erlebt, die so gut organisiert und so kompetent geleitet wurde. Das reichte von gastfreundlichen Menschen im Land über hilfsbereite freiwillige Helfer im Stadion bis zum Shuttlebus, der stets auf die Minute pünktlich war.“ Auch die Atmosphäre im Stadion sei überwältigend gewesen. „So etwas muss man mal erlebt haben. Wenn die Hymne erklingt, kriegt man schon Gänsehaut“, erzählt Grummert.

Jeweils vier Medaillen für Keck und Grummert

Auch tiefe Freundschaften werden auf diesen Weltmeisterschaften geschlossen und gepflegt. „Da ist niemand sauer oder neidisch auf den anderen“, sagt der drahtige Keck, „wenn einer besser ist, ist er eben besser.“

Im Feld der circa 4000 Teilnehmer mussten sich die beiden Osnabrücker nicht verstecken. In ihren Altersklassen setzten sie sich in so manchem Wettkampf durch. Karin Grummert holte mit der deutschen 4 x200-Meter-Staffel eine Silbermedaille. Im Fünfkampf, im Dreisprung und über die 60 Meter Hürden reichte es für den dritten Platz. Heinz Keck erlief eine Goldmedaille mit der 4 x200-Meter-Staffel und erreichte jeweils einen zweiten Platz im 200-Meter-Sprint und im Hochsprung. Sein persönliches Glanzstück gelang Keck jedoch in einer anderen Disziplin. „Für mich ist die Bronzemedaille im Fünfkampf am wertvollsten. Die habe ich im Wettstreit mit der Weltelite erreicht“, sagt er stolz.

Karin Grummert: Über allem steht der Spaß

Der Erfolgshunger des Duos ist nach der bemerkenswerten Ausbeute bei der Weltmeisterschaft noch lange nicht gestillt. In ihrem „Wohnzimmer“, wie sie den Sportpark an der Illoshöhe liebevoll nennen, und in ihrer Wahlheimat Hamburg, wo die Trainingsbedingungen schlicht besser sind, werden sie für weitere Medaillen bei zukünftigen Turnieren trainieren. Die Ziele jedenfalls sind gesteckt: Grummert kann sich vorstellen, in den nächsten zehn Jahren Weltmeisterin zu werden. „Aber über allem steht weiterhin der Spaß. Den zu behalten ist mein Ziel“, sagt die 61-Jährige. Keck wird noch konkreter: „Mein absolutes Ziel ist der Weltmeistertitel im Zehnkampf.“


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