Große Ziele, großer Aufwand Lintorfer Poniewaz-Zwillinge auf Beachvolleyball-Welttour

Aufschlag unter Palmen: Bennet Poniewaz beim Turnier in Fort Lauderdale. Foto: Imago/Beautiful SportsAufschlag unter Palmen: Bennet Poniewaz beim Turnier in Fort Lauderdale. Foto: Imago/Beautiful Sports

Lintorf, Malaysia, China – die Beachvolleyball-Zwillinge David und Bennet Poniewaz sind im Rahmen der Welttour auf Reisen und haben ein professionelles Team um sich geschart, um ihrem großen Ziel näher zu kommen: Den Olympischen Spielen 2020.

Osnabrück. Bis zum 9. April waren David und Bennet Poniewaz im Trainingslager im spanischen Alicante, über Ostern schlossen die beiden 23 Jahre alten eineiigen Zwillinge das Turnier im malayischen Pulau Langkawi als Fünfte ab, um sich gleich danach auf den Weg nach China zu machen: In Xiamen steht vom 20. bis 23. April das nächste Turnier auf der Welttour an. „Sie haben sich ihren Weg selbst ausgesucht“, sagt Vater Bert Poniewaz, der zugleich Manager seiner Söhne ist. Der Weg ist die Strecke zu mehr Professionalität. „Wer international spielen will, muss einen hohen Aufwand betreiben.“

Mit professionellem Team zum Erfolg

Das haben die Beachvolleyballer in Angriff genommen. Allein die Zusammensetzung des Teams verdeutlicht, dass sie sich etwas vorgenommen haben. Trainer ist der gebürtige Meppener Axel Büring, der mit den Frauen des USC Münster zahlreiche nationale und internationale Titel gewann und zwischenzeitlich auch Frauen-Bundestrainer war. Er betreute das Duo auch während des Wintertrainings in Witten. Ralph Bergmann, 225-facher Volleyballnationalspieler und Landestrainer und Bundesstützpunkttrainer Beach beim Westdeutschen Volleyball-Verband, ist ebenfalls mit dabei. Björn Ernst, Physiotherapeut vom Centrumed in Osnabrück, und Psychologe Manfred Glüsenkamp vervollständigen das Ensemble.

Bei Turnieren müssen die Kosten wieder eingespielt werden

„Wir bezahlen jetzt Trainer, die nur für uns da sind“, verspricht sich David Poniewaz viel von dem Team und ergänzt auf beach-volleyball.de: „Wir haben einiges umgekrempelt. Daraus ziehen wir neue Energie und hoffen, dass wir uns so noch weiterentwickeln werden.“ Noch genießen sie als Sportsoldaten die Förderung durch die Bundeswehr und studieren im zwölften Semester BWL. Im Sommer schreiben sie ihre Bachelor-Arbeit. Den Olympiastützpunkt in Kiel haben die 1,94 Meter großen Beachvolleyballer inzwischen verlassen und koordinieren von Osnabrück aus ihre Abenteuer. „Das sind schon enorme Kosten, die da anfallen. Da reicht es nicht, bei den Turnieren nur anzutreten. Man muss auch mal Gelder mitnehmen“, sagt Bert Poniewaz, der beharrlich auf der Suche nach Sponsoren ist. Aber nicht nur das: „Wir würden uns generell mehr Unterstützung vom DVV wünschen. Der Verband hintertreibt das Schaffen der beiden Jungs ein wenig“, ärgert sich Poniewaz zum Beispiel darüber, dass der DVV die Zwillinge eigenmächtig für ein Turnier vom 15. bis 18. Februar im Iran abmeldete.

Vater Bert Poniewaz wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für den Sport

Wie hoch die Aufgaben auf der punkte- und leistungsmäßig unterschiedlich gestaffelten World Tour sind, zeigte das Turnier in Fort Lauderdale in den USA. Dort trafen die Zwillinge auf die brasilianischen Olympiasieger Bruno Schmidt und Alison. Das Ergebnis von 14:21 und 19:21 konnte sich sehen lassen, das Preisgeld von rund 4000 Dollar auch. Zu wenig aber, um eine Saison zu überstehen. „Unsere Kosten belaufen sich auf 25000 Euro, das meiste investieren wir für Reisen. Leider wird der Sport nicht so gefördert, wie er es verdient hätte. In den Medien gibt es nur Fußball, obwohl die deutschen Beachvolleyballer 2012 und 2016 die Olympiasieger gestellt haben“, bedauert Manager Poniewaz eine einseitige Sportberichterstattung.

Das Ziel: 2020 gemeinsam zu Olympia

David und Bennet, deren größter internationaler Erfolg 2015 der dritte Platz in mexikanischen Puerto Vallarta war, wollen in diesem Jahr angreifen. Und zwar auf der nationalen Smart Beach Tour und der Welttour, wo weitere Auftritte in Rio, Moskau, Den Haag und Kroatien anstehen. In der vergangenen Saison versuchten es die beiden im Sand jeweils mit anderen Partnern. Aber das klappte nicht. Jetzt sind die ehemaligen Spieler des VfL Lintorf wieder gemeinsam unterwegs. Das große Ziel: das olympische Beachvolleyballturnier 2020 in Tokio.


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