„Langsam steigt das Fieber“ Osnabrücker bereiten sich auf Hamburg-Marathon vor

Von Sven Hallmann

Zusammen stark: Das gemeinsame Laufen mit ihrer Laufgruppe motiviert Maik Mittmann (vorne links) und Marion Schulenberg (vorne rechts). Foto: Moritz FrankenbergZusammen stark: Das gemeinsame Laufen mit ihrer Laufgruppe motiviert Maik Mittmann (vorne links) und Marion Schulenberg (vorne rechts). Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Wenn am 23. April der 32. Hamburg-Marathon beginnt, sind wieder einige Läufer aus der Region Osnabrück am Start. Zwei von ihnen sind Maik Mittmann und Marion Schulenberg, die auf das Event in einem Lauftreff von Sportler Tobias Rasper vorbereitet werden.

Seit Februar trainieren knapp 50 Sportler, aufgeteilt in drei Gruppen, immer montags am Moskaubad für den Marathon in rund zwei Wochen. „Über 40 von ihnen fahren nach Hamburg“, sagt Rasper, der ein Sportfachgeschäft in Osnabrück betreibt. Zwölf Wochen dauert die Vorbereitung, in der Rasper seinen Schützlingen individuelle Trainingspläne für jede Woche zusammenstellt.

Mittmann: Lauftreff bringt einen weiter

Vorerfahrung haben sowohl Mittmann als auch Schulenberg. „Zum Laufen brauche ich nur meine Laufschuhe und sonst nichts“, sagt Schulenberg, die neben dem Marathontraining in Bramsche rudert. In den vergangenen Jahren lief die 27-Jährige jeweils einen Halbmarathon. „Was die Motivation betrifft, ist ein Wettkampf immer etwas anderes“, sagt Schulenberg. Auf den Lauftreff aufmerksam wurde sie durch ihren Mann, der sich mit Rasper auf den Berlin-Marathon vorbereitete.

Mehr Erfahrung hat Mittmann, der in der Klasse M40 starten wird. „Ich laufe seit zehn Jahren. Das Bekloppteste war ein Ultralauf über 100 Kilometer in Biel“, erzählt der Osnabrücker und ergänzt mit Blick auf den Lauftreff: „Ich habe schon viel gemacht, aber war noch nie so gut vorbereitet. So ein Laufkurs bringt einen enorm weiter.“ Mittmann lernte Rasper kennen, als er in dessen Geschäft Laufschuhe kaufte.

Arbeitsweg wird zur Trainingseinheit

Die gute Vorbereitung betonen beide Athleten immer wieder. Alle zwei Wochen werden den Läufern Trainingspläne von Rasper zugeschickt. Sechs Trainingseinheiten stehen pro Woche auf dem Programm. Vor dem Kurs gab es außerdem einen Vortrag zum Thema Ernährung. Jeder Sportler formulierte individuelle Ziele, wonach die Gruppen eingeteilt wurden. „Der Plan ist machbar, aber auch eine Herausforderung“, sagt Schulenberg. Beide müssen ihr Training in ihren Berufsalltag integrieren. So wird schon mal der Arbeitsweg als Trainingseinheit genutzt. (Weiterlesen: Osnabrücker erinnern sich an den ersten niedersächsischen Volkslauf vor 50 Jahren)

Viel Abwechslung ist im Trainingsplan enthalten. Auf drei Wochen Belastung folgt eine vierte Woche, die eher ruhiger verläuft. Neben Laufeinheiten stehen auch Krafttraining und Regeneration im Fokus. Die Marathondistanz über 42,195 Kilometer wird dabei allerdings nie zurückgelegt.

Das gemeinsame Ziel: Unter vier Stunden

Die Ziele der beiden Sportler sind unterschiedlich. „Ich habe mir vorgenommen, anzukommen. Am besten in unter vier Stunden. Das wird sich auf den ersten Kilometern entscheiden“, sagt Schulenberg. Mittmann geht ebenfalls ambitioniert in den Marathon und hat sich eine Zielzeit von drei Stunden und 45 Minuten gesetzt: „Es sieht ganz gut aus. Ich bin aber bisher erst einmal schneller als vier Stunden gewesen.“

Beide betonen den Zusammenhalt in der Laufgruppe. „Sonntags drei Stunden alleine zu laufen, macht echt keinen Spaß. Die Gruppe macht das Training aus. Vorher kannte ich niemanden in der Gruppe“, sagt Mittmann. „Man unterhält sich und hilft sich gegenseitig“, ergänzt Schulenberg. Bei der Buchung der Hotelzimmer für die Übernachtung in Hamburg wurden so kurzerhand Zustellbetten organisiert, so dass jeder Teilnehmer einen Schlafplatz sicher hat. „Die meisten trudeln am Samstag ein. Abends gibt es dann ein gemeinsames Essen“, erzählt Schulenberg, die im Anschluss an den Marathon eine Freundin in Hamburg besuchen will.

Dass die Athleten bereits jetzt gut vorbereitet sind, bestätigt auch Rasper: „Langsam steigt das Fieber. Den Alltag und das Training unter einen Hut zu bekommen, ist die größte Herausforderung. Manche tun sich leichter, manche schwerer. Aber eigentlich sind alle auf einem guten Weg.“