Einmal um die Welt gerudert Osnabrücker Ruderer Mathias Kötter gewinnt Äquatorpreis

Stolz: Mathias Kötter zeigt das Fahrtenbuch. Foto: HülsmannStolz: Mathias Kötter zeigt das Fahrtenbuch. Foto: Hülsmann

Osnabrück. Der Osnabrücker Ruderer Mathias Kötter hat den Erdball einmal umfahren. Nicht zusammenhängend und nicht in einem kurzen Zeitraum, doch: die Marke von 40077 Kilometern ist beeindruckend.

40077 Kilometer: Diese Strecke muss ein Ruderer im Deutschen Ruder-Verband mindestens zurücklegen, um den Äquatorpreis zu gewinnen. Dieser ist ausgeschrieben für eine „Ruderleistung, welche durch jahrelange wanderruderische Aktivität zustande gekommen ist.“

Kötter, der mittlerweile in Japan lebt und arbeitet, hat in insgesamt 16 Jahren über 40000 Kilometer gerudert und ist der dritte Sportler der Ruderriege des Gymnasiums Carolinum aus Osnabrück nach Weltmeister Jan Tebrügge und Vizeweltmeister Lutz Ackermann, der diese Schallmauer durchbrochen hat. „Ich habe am Anfang nie daran gedacht, das zu schaffen. Es war nie mein Ziel“, sagt der passionierte Ausdauerathlet.

Doch mit der Zeit und den Kilometern rückte die Auszeichnung immer näher. Seit einigen Wochen nun gehört Kötter zum elitären Kreis von etwa 30 Ruderern, die den Äquatorpreis jährlich gewinnen. Zwischen 2000 und 2500 Kilometern legt Kötter aktuell jährlich zurück. Er liegt damit deutlich über den 800 Kilometern, die für die Erfassung im Rahmen des Äquatorpreises erforderlich sind. Alle Fahrten protokolliert er in Fahrtenbüchern, die die Grundlage für den Erhalt des Äquatorpreises sind.

Wenn Kötter Zeit hat, kommt er nach Deutschland, um dem Nachwuchs der Ruderriege seiner ehemaligen Schule die elementaren Regeln des Ruderns zu vermitteln. „Das wichtigste ist, dass alle zusammen ins Wasser eintauchen. Rudern macht Spaß, wenn das Boot läuft“, sagt Kötter.

Nicht für die Auszeichnungen

Wer einmal um die ganze Welt rudert, hat eine Menge gesehen. Kötter erzählt von wunderschönen Strecken in Südfrankreich („eine wahnsinnige Landschaft“), in Osteuropa und an der Loreley. Er hat in Europa bereits viele große Ströme in Angriff genommen, in Deutschland auf „jedem großen Fluss“ gerudert. Ein nächstes großes Ziel hat er noch nicht in Angriff genommen. Er rudert „um fit und gesund zu bleiben“, nicht für die Auszeichnungen.

„Auf dem Wasser habe ich Zeit, nachzudenken und abzuschalten. Da kann ich ganz für mich sein. Ich habe dann kein Handy dabei und bin nicht erreichbar. Das kann ich genießen“, erklärt der 48-Jährige seinen Antrieb für die viele Zeit, die er auf dem Wasser verbringt.

Am vergangenen Donnerstag gab es trotzdem eine kleine Ehrung am Bootshaus in Eversburg. Auch vom DRV wird Kötter noch eine Urkunde erhalten. Denn es ist nicht alltäglich, dass jemand einmal um die Erdkugel rudert. Auch wenn er dabei eigentlich nur abschalten wollte.


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