SV Bad Laer und Senger feiern „Doppelsieg“ Leo-Award: Ein Abend der verspäteten Freuden

Von Malte Schlaack, Johannes Kapitza (Texte) und Moritz Frankenberg (Fotos)



Osnabrück. Als am Samstag die 8. „Nacht des Sports“ begann, hatte die Frauen-Mannschaft des Jahres gerade ihr Volleyballspiel in Hannover beendet, und der Trainer des Jahres stand noch in Neuss an der Seitenlinie. Es wurde ein Abend der verspäteten – aber zum Glück nicht verpassten – Ehrungen.

Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein sportlicher Samstag, und so taten der SV Bad Laer und Roland Senger gleich auch noch etwas dafür, um im nächsten Jahr vielleicht erneut gewählt zu werden.

Das Volleyballteam festigte mit seinem Sieg den Spitzenplatz in der 3. Liga, schaffte es aber verspätet noch ins Alando Palais. Unter großem Applaus bekamen sie ihren „Leo-Award“ und machten damit das Vereinsglück an diesem Tag perfekt, da die C-Juniorinnen (deutscher Meister 2016) auch noch den Nachwuchspreis erhielten. (Weiterlesen: Vorbericht zu8. OSnabrücker Nacht des Sports).

Senger sieht Award als Team-Auszeichnung

Ebenfalls glänzend war die Laune naturgemäß bei Trainer Senger. Seine Basketballerinnen der OTB Titans hatten einen überraschenden Sieg in Neuss gefeiert, und nach der spannenden Partie etwas länger gebraucht, um sich für die Party in der Heimat vorzubereiten. Entsprechend erfuhr ihr Coach irgendwann auf der Rückfahrt von seinem zweiten großen Erfolg des Tages und nahm die Trophäe erst nach Ende der Veranstaltung entgegen. „Das sage ich nicht einfach nur so, das ist eine Auszeichnung fürs ganze Team. Oder eben für beide“, sagte Senger, der sowohl mit den Frauen als auch den Männern des OTB in der vergangenen Saison aufgestiegen war. Der erste Preisträger des Abends war gar nicht da. Konrad Stöhr hatte das Foto des Jahres von Leichtathletin Tina Böhm geschossen, war allerdings auf Reisen.

Bergmann erster zweifacher Gewinner

Alle anderen Geehrten waren anwesend und versprühten vor rund 600 Besuchern dieses besondere Gefühl, das die „Nacht des Sports“ mittlerweile Jahr für Jahr erzeugt: eine Mischung aus Freude, Stolz und Rührung. Das gilt auch für einen „alten Hasen“ wie Jonas Bergmann. Der Schwimmer hatte bereits 2013 gewonnen und im vergangenen Jahr den zweiten Platz belegt. „Vize“ wollte der 21-Jährige auf keinen Fall noch mal werden, und so hatte er schon damit gerechnet, leer auszugehen, als Footballspieler Tim Unger als Zweiter bei der Wahl zum „Sportler des Jahres“ aufgerufen wurde.

Doch Bergmann, der 2016 zum zweiten Mal deutscher Meister geworden war, setzte sich erneut durch und freute sich entsprechend. Aber ist bei so vielen Erfolgen überhaupt noch Platz im Trophäenschrank? „Ganz bestimmt werde ich da einen Platz finden, schließlich ist das ein Ehrenpreis“, sagte der Schwimmer der SG Osnabrück, der auf der Bühne die Olympischen Spiele 2020 in Tokio als sein klares Ziel bezeichnete. (Weiterlesen: So war die Nacht des Sports im vergangenen Jahr).

Knopp wird für Treue belohnt

Ebenfalls ganz überrascht von ihrem Sieg war die „Sportlerin des Jahres“. Basketballerin Melina Knopp hat den Girolive-Panthers auch nach Abstiegen wie im vergangenen Jahr die Treue gehalten. Jetzt soll es wieder nach oben gehen. „Wenn wir aufsteigen und dann die nächsten Jahre Bundesliga spielen, bleibe ich auf jeden Fall ein Panther“, sagte Knopp. Bei der Feier mit einigen Mitspielerinnen wurde sie von ihren Kolleginnen der Titans abgelöst, die gerade ankamen, als die Panthers wegen des bevorstehenden Spiels gegen den Barmer TV die Party schon wieder verließen.

LGO wieder Mannschaft des Jahres männlich

Für andere Preisträger wurde es eine längere Nacht. Die 4x400-Meter-Staffel der LG Osnabrück zum Beispiel durfte eine Titelverteidigung feiern. Robin Mellenthin, Finn Stuckenberg, Felix Hasselmann und Fabian Dammermann hatten auch 2016 aufgetrumpft. Für Mellenthin, der verhindert war, nahm Ersatzläufer Marian Backs den Leo auf der Bühne entgegen und erklärte stellvertretend für viele Sportler die besondere Motivation, die antreibt: eine Mischung aus Teamgeist und einer großen Zuschauerkulisse wie bei der Deutschen Meisterschaft in Kassel: „Da ist man dann bereit dazu, viel Leidenschaft in seinen Sport zu stecken.“ Im Vorjahr hatte ebenfalls eine Staffel der LGO, wenn auch in etwas anderer Besetzung, gewonnen. Für Hasselmann und Dammermann war es das zweite Mal in Folge auf der Bühne.

SC Melle vor SV Bad Rothenfelde

Einen eher spaßigen Konkurrenzkampf gab es um die Vergabe des „Fußball-Leo“. Der Zweitplatzierte Kevin Herbermann vom SV Bad Rothenfelde sagte dem Moderatorenduo Selina Dey und René Kemna, dass ein Ziel seines Vereins sei, immer vor dem SC Melle zu stehen. Fußballer des Jahres wurde dann aber Lukas Kleine-Kalmer – vom SC Melle. Einen Sonderpreis der Organisatoren Thorsten Pisker und Hennig Hacker erhielten die Fußballer des TuS Bersenbrück für ihren Durchmarsch von der Bezirks- in die Oberliga. Ganz professionell gaben sich die Volleyballerinnen des TV Schledehausen, die für ihren Facebookauftritt den Medienpreis erhielten. „Es können ja nicht immer alle unsere Fans mitkommen, und deswegen schreiben wir die Berichte“, sagten die jungen Frauen mit einem Anflug von Ironie.

Aus 300 mach 1200 auf dem Mountainbike

Groß war die Freude auch bei Daniel Meier als einem der Organisatoren des 24-Stunden-Mountainbikerennens am Alfsee, das zum „Event des Jahres“ gewählt wurde. „Aus einem Versuch mit anfangs 300 Teilnehmern sind mittlerweile 1200 geworden“, sagte Meyer. Auf die Frage, was für so viele Sportler den Reiz ausmache, sagte Meyer lachend: „Die Berge sind es jedenfalls nicht. Damit können wir am Alfsee nicht wuchern.“ Dafür jetzt mit einem Leo-Award, genau wie weitere elf stolze Preisträger an einem sehr gelungenen Abend der verspäteten Freuden.


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