Starke Menschen packen an SV Atter: Mit Teamgeist gegen alle Widerstände


Angezündete Vereinsheime, Diebstahl und Wegfall von Infrastruktur sowie hohe Schulden: Im Laufe seiner bewegten Historie musste der SV Atter mehr als eine große Krise überwinden. Der kleine Verein überstand sie alle. Weil er sich auf tolle Menschen verlassen kann, die den Club im Herzen tragen.

Osnabrück. „Wir sind gut aufgestellt, weil es viele gibt, die sich für kein oder nur ganz wenig Geld für den Verein krumm machen“, sagt Annerose Gritzas, als sie an einem der rustikalen Tische im heimeligen Clubheim am Leyer Holz sitzt. An

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Einer für alle, fünf für viele: Sportgesichter des SV Atter

Der Vollprofi

Sportlich wie menschlich ist Amer Ibrahim Ali Gold wert für die neue Ringerabteilung des SV Atter: Der Iraner hat in seiner Heimat auf höchstem Niveau trainiert, er zählt Weltmeister und olympische Medaillengewinner zu seinen Freunden. Nun ist er als Flüchtling nach Deutschland gekommen, musste seine Frau und die kleine Tochter im Iran zurücklassen. Wer ihn nun beobachtet, mit welcher Liebe und Fachkenntnis er sein Wissen über den Sport den Ringern vermittelt, erkennt weit mehr, als dass der Iran im Ringen eine der führende Nationen weltweit ist.

Das Talent

Als Fünfjähriger hat Lukas Schwietert begonnen mit dem Ringen – und als ihn Amer Ibrahim Ali im Training sah, sagte er sofort: „Der ist richtig gut, weil er sich so rund bewegt.“ Bei den Landesmeisterschaften hat er bereits Bronze geholt. „Einige Sachen kann ich ihm gar nicht mehr beibringen: Er bringt so viel mit“, überlässt Mark Dörner das Talent nun gern auch der Obhut seines Trainer-Kollegen Amer. Auch im Fußball (früher Atter, jetzt SV Büren), Handball und Basketball hat der Viertklässler bereits sein Universal-Talent unter Beweis gestellt.

Die Mitreißende

Wer mit Anna Buling über ihren Sport spricht und das Lächeln und die leuchtenden Augen im Gesicht der passionierten Turnerin sieht, hängt sich als Ungelernter vielleicht nicht direkt ans Reck – aber muss sich einfach mitreißen lassen von der Begeisterung und der Energie der promovierten Physikerin. Als 14-Jährige machte sie ihre Turnassistenten-Ausbildung, Gruppen leitet sie, seit sie 18 Jahre alt ist. „Turnen ist eine Körperschule. Die Haltung, die man erwirbt, behält man ein Leben lang“, hat sie einmal gesagt – und ist dafür selbst das perfekte Vorbild.

Der Dauerbrenner

Ob Donis Avdijaj der Aufstieg zum Profikicker ohne Joachim „Jochen“ Stenzel gelungen wäre? Sicher ist, dass sich der langjährige Funktionär des SV Atter um die Integration der Familie Avdijaj – wie auch einige andere im Verein – mehr als verdient gemacht hat und diese immer unterstützt hat. Heute erinnern sie sich gerne daran, dass der kleine Donis bei Stenzel am Pool das Schwimmen gelernt hat. Aber auch für seinen Verein war Stenzel immer da: nicht nur als Fußballobmann und stellvertretender Vorsitzender, sondern als Macher und Anpacker.

Die Unentbehrliche

Als kleines Mädchen kam sie beim SV Atter zum Eltern-Kind-Turnen – Sabrina Sowa ist geblieben und nun nicht mehr wegzudenken. Nicht als aktive Turnerin und Tänzerin, nicht als Übungsleiterin: Als 14-Jährige machte Sowadie Assistentenausbildung, gleich danach folgte die Übungsleiter- Lizenz, seit sie 16 Jahre alt ist, leitet sie Kinderturn-Gruppen. Inzwischen hat die 24-Jährige das Trampolinturnen als Sportart beim SVA etabliert und ist unentbehrlich als Organisatorin bei Wettkämpfen und Events – und als Vorbild mit guter Laune.

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