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Nun zum Grand Prix in Katar Walter holt in Argentinien erste Weltranglistenpunkte

Von Christian Detloff

Erfolg in Argentinien: Fechter Noë Walter. Foto: Michael GründelErfolg in Argentinien: Fechter Noë Walter. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Unverhofft kommt oft: Erst anderthalb Wochen vor dem World Cup „Jockey Club Argentino“ in Buenos Aires nachnominiert, sammelte Noë Walter, Fechter des Osnabrücker SC, als drittbester Deutscher seine ersten beiden Punkte auf der Aktiven-Weltrangliste.

Weil mehrere deutsche Fechter krank, verletzt oder verhindert waren, fand der Osnabrücker zur eigenen Überraschung doch noch einen Platz im achtköpfigen Aufgebot von Bundestrainer Mario Böttcher. Walter rechtfertigte seine Nominierung vollauf. In sechs Vorrundengefechten gelangen ihm fünf Siege. Im Hauptfeld der besten 128 besiegte er den amtierenden deutschen Meister Richard Schmidt ungefährdet mit 15:9. „Wir haben uns geärgert, dass wir um die halbe Welt fliegen, um dann schon im 128er-K.o. aufeinander zu treffen“, sagt der 20-Jährige, der früh in Führung ging, und den Vorsprung und den Vorteil des geringen Druckskonzentriert behauptete.

Mit dem Einzug in die 64-K.o.-Runde hatte Walter sein persönliches Ziel erreicht. Gegen den US-Amerikaner Adam Rodney unterlag er wie bereits in der Vorrunde, diesmal mit 12:15. „Ich hatte gleich zu Beginn Schwierigkeiten, Wege zu finden, Rodney zu treffen – und geriet ins Hintertreffen“, gesteht Walter, der auf Rang 45 landete.

Der Lohn für die ersten Weltcup-Punkte: Walter gehört auch beim Grand Prix am übernächsten Freitag in Doha (Katar), einem noch mal stärker besetzten Weltcup-Turnier, zum deutschen Kader. „Jetzt geht es für mich darum, erste Konstanz zu beweisen. Noch stehe ich in der Beweispflicht, dass die Leistung in Argentinien kein Ausrutscher nach oben war“, bleibt der Fechter Realist.

Nach seinem Abitur im Vorjahr konzentrierte sich Walter weiter stark aufs Fechten mit rund 15 Stunden Training pro Woche in Osnabrück, Leverkusen oder im Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim. „Ich werde weiter Leistungssport betreiben. Wofür ich lange Jahre gearbeitet habe, schmeiße ich nicht hin“, so Walter.

Vor dem World Cup in Argentinien hatte Walter beim 14. Allstar-Cup in Reutlingen für Herrendegen-Aktive als Zwölfter gegen den späteren Sieger Josef Mahringer aus Österreich im Achtelfinale mit 14:15 verloren. Die U-17-Degenfechterinnen Charlotte Späth (Jahrgang 2000) auf Rang 62, Femke Bücker auf Rang 111 und Tessa Wietheuper (beide Jg. 2002) auf Rang 117 kämpften sich indes beim Circuit Kneipp Cup, einem Ranglistenturnier für den Deutschen Fechterbund (DFB) und die Europäische Fechtvereinigung (EFC), auf der deutschen Rangliste weiter nach oben.