Schmunzeleien über alte Fehden Osnabrücker Handball-Oldies tauschen Erinnerungen aus

Von Christian Hesse

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Im trauten Kreis tauschten (oben, v. l.) Werner Kuhlmann (Rasensport), Georg Harke (Polizei-SV), Walter Geselbracht (Gretesch), Fritz Rehse (Rasensport), „Addi“ Peters (Tura Melle), Winfried Reth (Eversburg), Klaus Meyer (Neustadt) sowie (unten) „Seppel“ Körner (Schüttorf), Hermann Haarhus (Schüttorf) und Albert Timmermann (TV Jahn) alte Anekdoten aus. Foto: Elvira PartonIm trauten Kreis tauschten (oben, v. l.) Werner Kuhlmann (Rasensport), Georg Harke (Polizei-SV), Walter Geselbracht (Gretesch), Fritz Rehse (Rasensport), „Addi“ Peters (Tura Melle), Winfried Reth (Eversburg), Klaus Meyer (Neustadt) sowie (unten) „Seppel“ Körner (Schüttorf), Hermann Haarhus (Schüttorf) und Albert Timmermann (TV Jahn) alte Anekdoten aus. Foto: Elvira Parton

Hasbergen. Auch das „3. Handball-Oldie-Treffen“ der Generation Ü55 stieß auf eine große Resonanz: Rund 160 ehemalige Handballer aus der Region Osnabrück trafen sich im Gasthaus Thies, um wieder in alten Erinnerungen zu schwelgen.

Mit 18 teilnehmenden Vereinen des damaligen Altbezirks Osnabrück versammelten sich die Sportler bereits zum dritten Mal. Nach den Treffen von 2012 mit 110 Besuchern beim Osnabrücker SC und 2014 in Gaste mit 200 Teilnehmern, glänzte auch die dritte Auflage der Handballer mit einer stattlichen Teilnehmerschar.

„Wir haben früher sportlich gegeneinander gekämpft. Da kam uns irgendwann die Idee, die alten Weggefährten wieder an einen Tisch zu holen“, berichtet Hermann Olthuis über die Anfänge der Veranstaltung. Schon eine Woche später hatte das Organisationsteam um Olthuis, Hannes Dorenkamp, Dieter Wibbeler und Werner Schütte Nägel mit Köpfen gemacht und die Organisation gestartet; ein halbes Jahr später war bereits die erste Auflage ein voller Erfolg. „Wir waren schon etwas überrascht über die starke Resonanz der Teilnehmer“, sagt Olthuis.

Früher 700 Fans in der Halle

In der geselligen Runde wurde nach der Begrüßung auf feste Programmpunkte verzichtet. Aus gutem Grund: Geht es doch um die Kommunikation beim geselligen Zusammensein, bei dem Kontakte wieder aufgefrischt und die alten Zeiten vor Augen gerufen wurden. Olthuis erinnert sich gerne vor allem an die Derbys, die zu der Zeit eine hohe Brisanz hatten. „Bei den Spielen zwischen Burg Gretesch und SV Eversburg ging es schon ordentlich zur Sache“, erzählt er. Die Stadtderbys in der Schlosswallhalle fanden mit 600 bis 700 Besuchern zudem einen hohen Zuschauerzuspruch.

Mit dem Rad nach Melle

Werner Kuhlmann, der mittlerweile der Ü-80-Generation angehört und in den 50er-Jahren für den SV Rasensport auf Torejagd ging, lobte die hervorragende Organisation und freute sich über das Wiedersehen mit zahlreichen Handballkollegen. „Es war eine sehr gute und gesprächige Atmosphäre“, sagt Kuhlmann. Als junger Mann spielte der Allrounder beim Polizei-SV, später fand er den Weg zum SV Rasensport. Der ausschlaggebende Punkt für den Wechsel? „Ich bin mit dem Fahrrad zum Spiel nach Melle gefahren. Nur hatte mir keiner Bescheid gesagt, dass das Spiel ausfällt. Ich stand also alleine am Sportplatz“, erinnert sich Kuhlmann: „Ich habe mich beim Raspo-Handball sehr wohl gefühlt. Wir waren zwar nicht die Besten im Bezirk, aber irgendwann haben wir jeden mal geschlagen“, flachst Kuhlmann, der noch immer bei Raspo als Kassenwart aktiv ist.

Seit 1967 ist Kuhlmann im Raspo-Vorstand für die Finanzen zuständig. Er freut sich schon auf ein ganz besonderes Jubiläum: Im November erhält er die Ehrung für seine 60-jährige Mitgliedschaft beim SV Rasensport.

Nationalspielerin Kamp

Auch Anita Kamp wusste einiges zu berichten. Die ehemalige Torhüterin vom Polizei-SV erinnerte sich gerne an ihre Zeit als Nationalspielerin zurück. „Wir hatten ein Spiel im Ostblock gegen die damalige Tschechoslowakei. Da haben wir auf einem roten Betonfeld gespielt, das rot angemalt war. Also wollte sich keiner hinschmeißen“ verrät sie. Dennoch spricht die pensionierte Kriminalbeamtin eher von einer Hobby-Nationalmannschaft: „Das war längst nicht so professionell. Es gab zwar Länderspiele, aber eine EM oder WM gab es bei den Frauen nicht“, erklärt Kamp, die mit dem PSV in der Saison 1975/76 in der Bundesliga spielte. „Wir haben uns zwar wacker geschlagen, sind aber dennoch abgestiegen“, blickt sie zurück. Sich wieder mit den alten Weggefährten zu treffen sei eine super Sache. „Schön, die alten Kameraden wiederzusehen – auch die Schiedsrichter von damals. Das war früher nicht immer so ein tolles Verhältnis“, schmunzelt Kamp. Nun seien sie aber alle sehr nett, so die heutige Bramscher Stadträtin augenzwinkernd.


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