American Football Tim Unger aus Bad Laer ist Deutscher Meister

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Tim Unger unten ganz rechts im Kreise seiner Kollegen, hinten (v.L.): Lars Steffen, Durell Givens, David DeArmas (Position Coach), John Clemens, Mualick Bangura, Jabari Johnson, dazu vorne (v.L.): Chris Wahl, Christian Petersen, Benjamin Krahl. Foto: Fabian UebeTim Unger unten ganz rechts im Kreise seiner Kollegen, hinten (v.L.): Lars Steffen, Durell Givens, David DeArmas (Position Coach), John Clemens, Mualick Bangura, Jabari Johnson, dazu vorne (v.L.): Chris Wahl, Christian Petersen, Benjamin Krahl. Foto: Fabian Uebe

Osnabrück. Ein bisschen ungläubig wirkt American Footballer Tim Unger auch zwei Tage nach dem Sieg im German Bowl noch, wenn er über das Finale in Berlin spricht. 31:20 gewann er mit den New Yorker Lions Braunschweig gegen die Schwäbisch Hall Unicorns vor 13 000 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

„Das ist schon phänomenal und ein perfekter Abschluss des Jahres“, sagt der gelernte Dachdecker, der erst vor zwei Jahren bei den Osnabrück Tigers mit dem Footballspielen begann. Nun gehört er mit seinem Team zur Spitze des deutschen American Football. „Das war kein normales Spiel. Selbst die erfahrenen Leute waren nervös. Ich hatte Bauchgrummeln und Herzrasen“, erzählt Unger. Das Endspiel wurde zur besten Sendezeit auf dem TV-Sender Eurosport deutschlandweit übertragen.

Bereits am Freitag machte sich der Braunschweiger Tross auf den Weg in die Hauptstadt. Am Vorabend des Spiels standen Entspannung und Ablenkung auf dem Programm. „Die Anspannung war aber schon da. Samstag waren wir dann um zwei Uhr am Stadion und haben uns vorbereitet“, sagt Unger, der wie viele Sportler festgelegte Abläufe vor einem Spiel hat: „Ich habe eine Playlist, auf der die gleichen Lieder immer in derselben Reihenfolge laufen.“

Zum vierten Mal in Folge Titelgewinner

Die zahlreichen Zuschauer bekamen viel geboten. Die Lions gingen zweimal in Führung, zweimal glichen die Unicorns aus. Die dritte Führung der Braunschweiger konnten die Baden-Württemberger nicht mehr beantworten, durch ein Field Goal zog der Rekordmeister auf 24:14 davon und verwaltete den Vorsprung bis zum Schlusspfiff. Damit sind die Lions zum elften Mal insgesamt und zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister.

Tim Unger spielte dabei eine zentrale Rolle, die er sich zu Beginn der Saison kaum vorstellen konnte. Denn der bei den Tigers als Wide Receiver aufgestellte 22-Jährige wurde in Braunschweig kurzerhand zum Defensivspieler umfunktioniert. Als sogenannter Cornerback ist es seine Aufgabe, die gegnerischen Wide Receiver zu decken. Außerdem ist Unger Teil der Spezialteams und blockt bei Kickoff- oder Punkt-Versuchen die gegnerischen Spieler. „Die Umstellung war riesig. Alles, was ich bisher gelernt hatte, konnte ich in die Schublade stecken“, sagt Unger, dem das Football-Wissen fehlte, um mit den Anforderungen der neuen Position vertraut zu sein. „Ich habe aber für mich die Haltung angenommen, dass ich das mache, was der Coach mir sagt“, gibt sich Unger selbstbewusst.

Neun Tackles in dieser Saison

Heute sei er froh über die neue Position, denn die brachte ihm regelmäßige Einsatzzeiten. „Als Receiver war ich auf der Liste die Nummer zehn, als Cornerback bin ich die Nummer drei“, sagt der Ex-Tiger, der noch eine Anekdote aus Osnabrücker Zeiten parat hat: „Ich habe meinem ehemaligen Coach Jens Fährmann im Training mal gesagt, dass ich gerne mal in der Defensive spielen möchte. Er meinte nur, das solle ich lassen, ich könne sowieso nicht tackeln.“ Unger bewies das Gegenteil und kommt in der Saison in der German Football League (GFL) auf neun Tackles.

Die Krönung ist der nationale Titel nach einer starken Saison in Braunschweig. „Dass ich das in einem Jahr erreicht habe, ist die Kirsche auf dem Eis“, freut sich Unger, der viel Kontakt zu ehemaligen Osnabrücker Weggefährten wie Jens Fährmann, Philip Dauwe, Nils Sundermann oder Tigers-Teammanager Jovica Stojceski pflegt. Viele hätten ihm vor dem Spiel Glück gewünscht und nach dem Titel gratuliert.

Gefeiert haben die Sieger übrigens auch. Direkt nach dem Spiel ging es mit dem Bus zurück nach Braunschweig, wo die Stadt unsicher gemacht wurde. In zwei Monaten beginnt dann die Vorbereitung auf die neue Saison und die Titelverteidigung. Unger hat klare Ziele: „Wir wollen hier in Braunschweig eine Dynastie aufbauen und als erstes Team fünfmal in Folge Meister werden.“

Hier mehr Infos über Tim Ungers Karriere


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