49. Borgloher Bergrennen Italiener Merli feiert Sieg und Rekord beim Bergrennen

Von Carsten Kuhn

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Borgloh. Erster Start, erster Sieg: Der Italiener Christian Merli in seinem Osella FA 30 gewann das 49. Internationale Osnabrücker ADAC-Bergrennen vor Vorjahressieger Joel Volluz (Schweiz) und Václav Janik aus Tschechien.

Doch damit nicht genug: Merli stellte in seinem dritten Wertungslauf mit 51,232 Sekunden einen Streckenrekord auf. Bester Deutscher wurde Uwe Lang auf Rang fünf.

Die Schweißperlen auf Bernd Stegmanns Stirn sprachen Bände: Der Organisator der Rennveranstaltung des MSC Osnabrück war nicht nur eine der gefragtesten Personen am Uphöfener Berg. Die salzhaltigen Tropfen waren auch dem Sommerwetter geschuldet, das endlich einmal hielt, was es versprach, und damit für „grandiose Bedingungen“ sorgte, wie Stegmann erleichtert feststellte. Bedingungen, die die Rennfahrer aus 16 Nationen ebenso gerne annahmen wie die etwa 25000 Besucher, die sich an beiden Renntagen nach Borgloh locken ließen.

Da große Ereignisse bekanntlich ihre Schatten vorauswerfen, sah man schon seit Tagen an vielen Kreuzungen im südlichen Landkreis und an den Ausfallstraßen Osnabrücks die kleinen rot-gelben Fähnchen, die den Weg zum Bergrennen wiesen. In Borgloh angekommen, begann hinter dem Fußballplatz des heimischen TuS eine Karawane aus Starterlagern, bestehend aus E-Mobilen, historischen Fahrzeugen, Tourenwagen, Boliden und offenen Sportwagen. Der Sound der bis zu 1000 PSstarken Gefährte lag über Borglohs Hügeln ebenso wie das Aroma eines kräftigen Benzin-Diesel-Gemisches.

In diese Atmosphäre einzutauchen und eine kräftige Prise und ein offenes Ohr zu haben für die röhrenden Auspuffe, ist für viele Motorsportfans wie das Salz in der Suppe und macht das Flair am Uphöfener Berg aus. Sie kommen, um die ausgefallenen Fahrzeuge zu bestaunen, Small Talk mit den Fahrern zu halten – und nicht zuletzt auf Streckenrekorde zu hoffen, wie ihn Merli in seinem letzten spektakulären Lauf aufstellte.

Dieser stand seit 2013 bei 51,434 Sekunden. Doch als Joel Volluz im zweiten Lauf mit 51,818 Sekunden die bis dato zweitschnellste jemals in Borgloh gemessene Zeit fuhr, fühlte sich Merli offenbar gereizt und setzte in einem heißen Kopf-an-Kopf-Rennen noch einen drauf. Zwar konnte der Italiener mit dem Sieg keine Punkte als Zweitplatzierter der europäischen Bergmeisterschaft gutmachen, da die nur 2,030 Kilometer kurze Uphöfener Strecke die Fünf-Kilometer-Mindestanforderungen nicht erreicht. Der Einladung zu diesem traditionsreichen Wettrennen war er dennoch gerne gefolgt und wusste von Anfang an: „Diese Strecke verzeiht keine Fehler.“ Und die machte er dann auch nicht.

Einer, der in den Vorjahren stets um die ersten Plätze am Berg mitfuhr, musste sich dieses Jahr deutlich geschlagen geben: Mit fast zehn Sekunden Rückstand auf Merli fuhr Marcel Steiner in seinem neuen 470 PS starken LobArt Mugen nur auf Platz sieben. „Wir arbeiten an der Fahrwerksabstimmung und nutzen dieses Rennen zum Lernen“, hofft der Schweizer auf weitere Fortschritte und schiebt im gleichen Atemzug nach: „Das gilt aber nicht für die Organisation hier. Uns Fahrern wird wirklich jeder Wunsch von den Augen abgelesen.“

Wunschlos glücklich dürfte auch Henry Walkenhorst in seinem BMW Z4 GT3 gewesen sein. Der Osnabrücker war als Schnellster der Tourenwagen-Gesamtwertung unterwegs und sicherte sich ziemlich souverän den Sieg vor seinem Teamkollegen Matias Henkola aus Finnland. Weitere Erfolge mit Osnabrücker Lokalkolorit errangen Peter Schaar E-Mobil-Hybrid-Wertung, Michael Starke wurde Dritter.

Und dann kam er doch, der Regen. Kaum waren die Abgaswolken der Rennwagen verzogen, hüllten sich Borglohs Berge während der Siegerehrung in ein dunkles Grau. Man könnte aber auch sagen: Es regnete Freudentränen.


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