U20 gegen Italien in Osnabrück Länderspiel in Osnabrück: Premiere mit Hoeneß und Breitner

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Osnabrück. Die Bremer Brücke ist am Donnerstag (12. November) zum 21. Mal Austragungsort eines DFB-Länderspiels. Diesmal spielen die Talente aus der U20-Auswahl gegen Italien. Es begann vor 46 Jahren mit Udo Lattek, Uli Hoeneß und Paul Breitner.

Die Bremer Brücke hatte noch keine Tribüne und kein Flutlicht, doch das Interesse an der deutschen Jugendnationalmannschaft war groß. Über 10000 waren am 30. März 1969, einem Sonntagnachmittag, beim ersten Länderspiel in Osnabrück dabei.

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DFB-Trainer Udo Lattek, der seine aktive Laufbahn 1965 beim VfL beendet hatte, betreute die Jugendauswahl, die sich mit einem Sieg gegen Schweden für das UEFA-Jugendturnier qualifizieren wollte. Nach vier Minuten lag das Team durch Treffer von Herbert Liedtke und Klaus Scheer 2:0 vorn, am Ende stand ein 2:1-Erfolg.

Länderspiel-Premiere mit Trainer Udo Lattek

Anteil daran hatten zwei spätere Weltmeister: Uli Hoeneß und Paul Breitner, zwei Lieblingsschüler von Lattek, die 1970 ihrem Trainer zum FC Bayern München folgten, waren bei der Osnabrücker Länderspielpremiere dabei.

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Bis zum nächsten internationalen Match dauerte es über sieben Jahre, denn erst als die inzwischen städtische Bremer Brücke über Flutlicht und eine Tribüne verfügte, genügte sie den Ansprüchen, die inzwischen auch an „kleine“ Länderspiele gestellt wurden.

Klaus Augenthaler erzielte am 13. April 1976 gegen Dänemark das Tor des Tages für die deutsche Jugendnationalmannschaft; drei Jahre später absolvierte die aus der Mode gekommene Amateurnationalmannschaft des DFB gegen die Sowjetunion (1:3) das vorletzte Spiel ihrer Geschichte in Osnabrück.

Osnabrück adoptierte die Olympia-Auswahl

Das große Zeitalter der durch die Überdachung der Kurven und weitere Baumaßnahmen modernisierte Bremer Brücke waren die achtziger Jahre. Zwei Mannschaften machten Osnabrück zu einer Art Heimat und schrieben ein Stück Fußballgeschichte: die Olympiaauswahl und die Frauennationalmannschaft.

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Schon 1983 hatte die Olympiaauswahl in Osnabrück beim 3:0 gegen Portugal 15000 Zuschauer angelockt und begeistert. Als sich das Team von Hannes Löhr aufmachte zu den Spielen in Seoul, machte die Begeisterung des Osnabrücker Publikums in ganz Deutschland Schlagzeilen.

15000 feierten am 13. Oktober 1987 Jürgen Klinsmann, Andy Köpke, Thomas Häßler, Frank Mill, Wolfram Wuttke und Co. beim rauschenden 5:1 gegen Polen. Beim Bankett im Hotel Bitter in Wallenhorst sprach sich die Mannschaft ausdrücklich dafür aus, auch das entscheidende Spiel gegen Dänemark an der Bremer Brücke spielen zu können.

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„Osnabrück hat diese Mannschaft adoptiert“, hieß es in einem TV-Bericht. Zwei Wochen vor dem Spiel am 30. März 1988 war die Bremer Brücke ausverkauft, 21000 erlebten das spannende 0:0 gegen das Team des späteren dänischen Nationaltrainer Richard Moeller-Nielsen.

Meilenstein der Erfolgsgeschichte Frauen-Fußball

Der Boden war bereitet, und als der DFB für die damals noch wenig populäre Europameisterschaft der Frauen einen begeisterungsfähigen Austragungsort suchte, fiel die Wahl auf Osnabrück.

Bei einem Testspiel an der Bremer Brücke gegen Dänemark (1:0) kamen zwar nur 2500, aber als die das Team von Bundestrainer Gero Bisanz durch ein dramatisches Elfmeterschießen gegen Italien in Siegen den Sprung ins EM-Finale geschafft hatte, gab es kein Halten mehr.

Bremer Brücke beim EM-Finale 1989 überfüllt

Am 2. Juli 1989 - Anstoßzeit 11 Uhr! - war die Bremer Brücke überfüllt, Hunderte fanden keinen Einlass. 22500 Zuschauer bildeten die mitgerissene und mitreißende Kulisse bei einem Spiel, das längst als Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des deutschen Frauenfußballs gilt. Und zwar nicht nur wegen des 4:1-Triumphes gegen Norwegen, sondern wegen des damaligen Zuschauerrekords.

Einen Rekord hält Osnabrück: In keiner anderen deutschen Stadt hat die Frauen-Nationalmannschaft öfter gespielt; das WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (9:1) lockte am 8. Mai 2014 über 8500 Zuschauer an.

Zurückgeblätttert: Das EM-Finale von 1989 in Osnabrück

Osnabrück ist und bleibt ein Garant für gute Zuschauerzahlen bei Länderspielen. Das Testspiel der U18 am 29. Februar 2012 verfolgten knapp 5000 Zuschauer. Und als die U21 am 18. November 2008 zum Freundschaftsspiel gegen Italien antrat, war knapp 13000 dabei und bejubelten das 1:0 (Torschütze: Toni Kroos).

2008 traf Kroos zum 1:0 gegen Italien

Zunächst hatte DFB - wie auch jetzt vor dem Spiel der U20 - nur die knapp 7000 Sitzplatzkarten auf Nord- und Südtribüne im Angebot. Doch dann übertraf die Nachfrage die Erwartungen, die Ostkurve wurde zusätzlich geöffnet.


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