Inklusives Sportfest 900 Schüler besuchen Osnabrücker Sportivationstag


Osnabrück. Rund 900 Kinder und Jugendliche haben sich am Mittwoch zum neunten Sportivationstag auf der Illoshöhe getroffen. Während des inklusiven Sportfestes konnten die Schüler ihr Sportabzeichen machen und das Spiel- und Bewegungsfest besuchen. Im Fokus standen dabei nicht sportliche Höchstleistungen, sondern das gemeinsame Sporttreiben von Schülern mit und ohne Behinderung.

Dass Sport verbindet, betonte auch der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius, der den Sportivationstag eröffnete. Sport führe Menschen zusammen und vermittle Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, so Pistorius. Außerdem lobte der Innenminister, dass Osnabrück zu den ersten niedersächsischen Veranstaltern eines Sportivationstages gehört habe. „Die Osnabrücker haben bereits einen Sportivationstag gemacht, als andere noch darüber nachgedacht haben.“ Vor neun Jahren hatten der Behindertensportverband Niedersachsen und der Stadtsportbund Osnabrück zum ersten Mal das inklusive Sportfest auf der Illoshöhe veranstaltet.

Nach einem gemeinsamen Aufwärmen mit dem Maskottchen Spurti konnten die Teilnehmer von dreizehn verschiedenen Schulen aus Osnabrück und dem Landkreis ihr Sportabzeichen ablegen. Zum Programm gehörten die Disziplinen Laufen, Werfen und Springen. Unter den mehr als 570 Schülern, die sich für das Sportabzeichen angemeldet hatten, waren auch Marie Loheider und Justina Metner von der Osnabrücker Domschule. Obwohl Sport nicht zu den Lieblingsfächern der Zwölfjährigen gehört, hätten sie sich auf den Sportivationstag gefreut. „Ich finde es ganz toll, dass wir auch mal etwas mit Menschen, die behindert sind, zusammen machen können“, erklärte Marie.

Für Schüler, die das Sportabzeichen nicht ablegen konnten, bot das Spiel- und Bewegungsfest eine Alternative. Rund 250 ehrenamtliche Helfer hatten am frühen Mittwochmorgen auf dem Rasen im Sportpark dreizehn verschiedene Stationen aufgebaut. Dazu gehörten unter anderem ein Rollstuhlparcours, Rasenski, eine Hüpfburg und ein Wahrnehmungsparcours. Außerdem gibt es in jedem Jahr vier neue thematische Stationen. So konnten die Schüler an der Station „Tiere im Meer“ ihre Geschicklichkeit beim Angeln von Fischen aus einem Planschbecken beweisen oder ihren Gleichgewichtssinn beim Laufen über „Eisschollen“ an der Station „Tiere in der Arktis“ ausprobieren. Konzipiert, hergestellt und aufgebaut hatten die thematischen Stationen die Heilerziehungspflegeschüler des Berufsbildungswerks Osnabrücker Land. Die Entwicklung der Stationen sei Teil der Ausbildung und eine Möglichkeit für die Schüler, die Organisation von Veranstaltungen zu lernen, erklärte Schulleiterin und Sportivationstagsorganisatorin Jutta Schlochtermeyer.

Ausprobieren konnten sich auch Schüler des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums. Mehr als 20 Zehntklässler engagierten sich zum ersten Mal als ehrenamtliche Helfer beim Sportivationstag. Sie hatten morgens die verschiedenen Stationen aufgebaut und betreuten während des Vormittags die Teilnehmer des Spiel- und Bewegungsfestes. „Hier mitzuhelfen, ist eine richtig gute Erfahrung, die ich jedem empfehlen würde“, sagte Rebecca Stapler. Die 15-Jährige assistierte Rollstuhlfahrern, die durch einen Hindernisparcours fahren mussten. „Man muss die Teilnehmer aber auch die Aufgaben alleine machen lassen, damit sie ein Erfolgserlebnis haben“, betonte Rebecca.

Anerkennung für ihre Leistung bekamen alle Schüler am Ende bei der Siegerehrung. Die Überreichung der Medaillen war nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Organisatoren ein Höhepunkt des Sportfestes. „Die Siegerehrung ist immer ein Highlight. Die strahlenden Gesichter zu sehen, wenn die Teilnehmer ihre Medaille bekommen, ist das Schönste am Sportivationstag“, betonte Organisator Udo Mehlert vom Stadtsportbund.


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