1. Osnabrücker Sportplatztage „Das veränderte Sportverhalten im Blick haben“

Von Sportredaktion

Flexibel und ganzjährig nutzbar – so sollen die Sportanlagen der Zukunft, hier des Osnabrücker Sport Clubs, aussehen. Foto: David EbenerFlexibel und ganzjährig nutzbar – so sollen die Sportanlagen der Zukunft, hier des Osnabrücker Sport Clubs, aussehen. Foto: David Ebener

Osnabrück. „Die Sportplatzanlagen sind unserem aktuellen Bewegungsverhalten nicht angepasst. Wozu brauchen wir so viele Stabhochsprunganlagen und Tennisplätze, wenn es kaum noch Stabhochspringer und Tennisspieler gibt?“ Mit dieser Frage eröffnete Dr. Jörg Wetterich vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung in Stuttgart seinen Vortrag auf den 1. Osnabrücker Sportplatztagen an der Hochschule Osnabrück.

Referenten aus ganz Deutschland tauschten sich am Campus Haste mit 100 Gästen über Bewegungstrends, die Einflüsse des demografischen Wandels auf das Sportverhalten und Sportplätze der Zukunft aus

Mit 40 Jahren fangen viele wieder mit Sport an

„Die klassische Sportart für den Sportplatz ist Fußball, aber 80 Prozent der Jugendlichen hören mit 15 bis 18 Jahren auf zu spielen. Dafür fangen mittlerweile viele Menschen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren wieder an Sport zu treiben, um etwas für ihre Gesundheit zu tun“, berichtete Tagungsleiter Prof. Martin Thieme-Hack von der Hochschule Osnabrück und erläuterte: „Die Kommunen müssen das veränderte Sportverhalten im Blick haben und Sportanlagen dem demografischen Wandel und den damit einhergehenden neuen Anforderungen gerecht werden.“

Anforderungen: Familienfreundlich, multifunktional und seniorengerecht

Wetterich skizzierte einen Sportplatz der Zukunft: „Denkbar wäre eine familienfreundliche, multifunktionale Sportanlage, auf der es neben einem klassischen Rasenplatz und einer Laufbahn zum Beispiel auch seniorengerechte Fitnessgeräte, eine Skaterbahn für junge Leute und eine Minigolfanlage für Familien geben könnte. Vereins- und Freizeitsport könnte so kombiniert werden.“

Anpassungsfährige und rückbaubare Strukturen schaffen

Dipl.-Ing. Peter Ott vom Bundesinstitut für Sportwissenschaften in Bonn schlägt die Brücke zu möglichen baulichen Maßnahmen. „Nötig ist eine anpassungsfähige und rückbaubare oder erweiterbare Baustruktur, um schnell auf neue Trends reagieren zu können.“ Auch überdachte Sportanlagen, wie es sie bereits oft in den USA gibt, seien für Deutschland attraktiv. „Dadurch wären die Sportler vor Sonne und Regen geschützt und die Sportplätze ganzjährig nutzbar“, so Ott.

Nachhaltigkeit im Blick behalten

Auch über den Nachhaltigkeitsaspekt bei Sportfreianlagen, den richtigen Belag für den Freizeitfußball, Sportrasen sowie ein modernes Sportplatzmanagement tauschten sich die Teilnehmer der Tagung aus. Thieme-Hack zog ein positives Fazit: „Die gute Resonanz aus ganz Deutschland zeigt uns, dass Vereine und Kommunen ein großes Interesse an diesem Thema haben. Viele Tagungen beschäftigen sich mit der Technik der Sportplatzanlagen und Aufgaben von Platzwarten, aber planerische Fragestellungen werden bislang wenig öffentlich diskutiert. Diese Lücke wollen wir schließen.“