Der Trainer als Filmstar Offenheit und Zusammenhalt sind Markenzeichen des TuS Hilter


Hilter. Nicht einer der erfolgreichsten und dennoch einer der sportlichsten Vereine der Region: In keinem Club des Osnabrücker Landkreises haben seit 1981 mehr Mitglieder das Sportabzeichen abgelegt als im TuS Hilter. Doch nicht nur hier demonstrieren alle Abteilungen des Vereins großes Engagement. Neben der Organisation verschiedener Sportveranstaltungen beteiligt sich der TuS am traditionellen Hilteraner Ocker- und Weihnachtsmarkt.

Lange Jahre behauptete der Club in Sachen Sportabzeichen seine Ausnahmestellung in der Region. 2010 war er letztmals die Nummer eins im Landkreis. Unter Willy Jostes, der 25 Jahre lang dem Verein vorstand und anschließend als Geschäftsführer wirkte, und der Regie von Lisbeth Bölter und später Werner Bunselmeyer legten die TuSler 1981 erstmals die meisten Sportabzeichen im Landkreis ab. In zahlreichen Jahren bestand knapp ein Drittel seiner Mitglieder die entsprechenden Prüfungen.

2010 wurde der TuS zudem zum niedersächsischen Tischtennis-Verein des Jahres in der Rubrik „Zuwachs in der Jugend“ gekürt. Das Rühren der Werbetrommeln auf dem Ockermarkt machte sich damals bezahlt. Jüngst veranstalteten die Südkreisler zum dritten Mal die Rankenbach Open, die mehr als 400 Tischtennissportler anlockten. Auch beim jährlichen „Family Day“ samt Fahrradtour mit Schatzsuche via Geocaching und abschließendem Grillen zeigt die Abteilung, dass es ihr bei Weitem nicht nur um Punkte, Sätze und Siege geht.

Der ersten Badminton-Mannschaft als höchstspielender der Region gelang indes 2012 der Aufstieg in die Landesliga. Zehn Jahre zuvor hatte der TuS das hierzulande erste Länderspiel zwischen der deutschen und dänischen U-19-Nationalmannschaft ausgerichtet. Der spätere Stadtsportbund-Vorsitzende Wolfgang Wellmann hatte die Abteilung 1989 gegründet. Dietmar Mausch führte sie mit Unterstützung des Vorsitzenden Dietrich Rodefeld zur sportlichen Blüte. In jedem Jahr richtet der TuS neben Hobbyturnieren mindestens ein Jugend-Ranglistenturnier im Bezirk oder Kreis aus. Seit 1999 stehen die Badmintonspieler zudem im Guinnessbuch der Rekorde. Sie begeisterten mehr als 400 Enthusiasten, darunter den ehemaligen VfL-Osnabrück-Profi Daniel Thioune, 217 Stunden am Stück mit dem Nylonfederball über das Netz zu spielen.

Weitere Folgen des Vereinsporträts

Zu den bekannten Gesichtern des TuS zählt Silvester Pezena. Der Trainer der ersten Fußballherren spielte im erfolgreichen Kinofilm „Das Wunder von Bern“ von Regisseur Sönke Wortmann den Verteidiger Josef „Jupp“ Posipal. Zwar hatte die erste Herrenmannschaft schon bessere Zeiten erlebt als jetzt mit Platz fünf in der 1. Kreisklasse, dafür hat sie aber das Wellental durchschritten. Mit dem Bau des Kunstrasenplatzes, der den längst veralteten Schlackeplatz ersetzte, bekam die Abteilung im vergangenen Jahr einen neuen Schub. Die Abwanderung zahlreicher Jugendlicher an Nachbarvereine ist gestoppt, die Abteilung freut sich nun über einen Zuwachs. Das neue Konzept für den Jugendfußball, in dem die Stärkung des „Wir-Gefühls“ an erster Stelle steht und das zudem eine Richtschnur für Spieler und Trainer aufzeigt, stärkt den Aufwärtstrend.

Beständig richten die TuS-Fußballer seit zwölf Jahren den Teutoburger-Wald-Indoor-Cup für erste Fußballmannschaften aus. Beim Teuto-Supercup zeigen die Alt-Herren, dass persönlicher Ehrgeiz und geselliges Zusammensein der Mannschaften keine Gegensätze sind.

Großen Wert legt der Verein auch auf seine 18 Sportler mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung zwischen 23 und 73 Jahren, die seit 1996 das Motto „Alles, was Spaß macht – und jeder so gut, wie er kann“ pflegen.

Bei Veranstaltungen wie der Rot-Weißen Nacht 2011, dem Frauenflohmarkt und Ockermarkt, an dem sich der Club mit einem Los- und Reibekuchenstand beteiligt, demonstriert der Verein im Ort Offenheit und seinen internen Zusammenhalt. Alle Abteilungen stehen parat, wenn ein Planungskomitee wie zu den Jubiläumsfeierlichkeiten gebildet wird.

Wenn es dennoch mal hakt, sorgt der Vorsitzende Dietrich Rodefeld für eine Lösung. Die Mitglieder und Abteilungsleiter schätzen dessen Ruhe und Ausgewogenheit, wenn es gilt, bei kontroversen Meinungen zu sportlichen oder baulichen Projekten eine Einigung zu finden, mit der das Gros der Mitgliederschaft gut leben kann. Auch die tatkräftige Unterstützung von Rodefeld bei der Organisation von Feierlichkeiten und beim Aufbau kommt bestens an im Breitensportverein, dem günstige Mitgliedsbeiträge für alle wichtiger sind als kostspielige Erfolge weniger.


TuS Hilter

Ulrich-Rau-Mehrzwecksporthalle für 300 Zuschauer, Walter-Rau-Turnhalle, ein Rasenplatz, ein Kunstrasenplatz mit Flutlicht, Laufbahn und Weitsprunganlage, ein Beachvolleyballfeld für Hobby und Freizeitspieler. Kontakt: Tel.: 05424/3649192; E-Mail: tushilter@aol.com

Präsidium und Co.

Vorsitzender Dietrich Rodefeld (55, Dipl.-Ing. Maschinenbau), 2. Vorsitzender: Tyrk Fricke (46, Drucker), Geschäftsführer: Bodo Ohmstede (54), Kassenwartin: Petra Wellhöner (46, Bilanzbuchhalterin), Pressewart: Björn Steffen (33, Außendienstler). – Abteilungsleiter: Heike Peters-Haake (Breitensport), Cedric Strelow (Badminton), Stephan Wisch (Fußball), Marianne Waltermann (Turnen), Stephan Hagedorn (Tischtennis), Christian Müssiggang (Radsport), Ulrich Braun (Karate).

Historie

1902: Gründung als Turnverein (TV).

1909: Große Weihe der 520 Goldmark teuren Fahne mit 23 Vereinen.

1912: Sechs Turner wollten der Einladung des Dissener Vereins amFußball-Sportfest folgen. Der Vorstand missbilligte es mit den Worten: „Footballspielen ess Mord!“

1933: Fusion des TV und FC zum TuS Hilter.

1945: Umbenennung in Sportverein Hilter.

1946: Rückbenennung in TuS Hilter.

1965: Kauf eines 24000 qm großen Areals zur Erbauung des Sportzentrums.

1972: Einweihung des Rasenplatzes an der Deldener Straße

1975: Grundsteinlegung für Hochbau am Sportplatz.

1986: Neue Ulrich-Rau-Mehrzweckhalle wird eingeweiht.

2014: Einweihung des Kunstrasenplatzes.

Frühere Vorsitzende

Carl Heidecke (bis 1902), Heinrich Wortmann (bis 1907), Walter Rau (bis 1910), Heinrich Wallrabstein (bis 1919), Karl Beinkämpen (1919 bis 1933), Wilhelm Bartels (1933 bis 1945), Heinrich Wortmann sen. (Dez. 1945 bis 1954), Hugo Rumpf (1954 bis 1959), Dieter Brending (bis 1960), Heinrich Wallrabstein (bis 1961), Walter Wedekämper (bis 1969), Willi Jostes (bis 1994), Werner Kolbe (bis 2010), Detlef Wiesmeier (bis 2012), Dietrich Rodefeld (seit 2012).

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