„Wer ist überhaupt Berdych?“ Familie Goer aus Hagen bei den Gerry-Weber-Open

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Sportlicher Tag einer sportlichen Familie: Mit Carlo Thränhardt (ganz links) trainierten (von links) Jule, Johanna, Cornelia, Miriam und Matthias Goer. Foto: Helmut KemmeSportlicher Tag einer sportlichen Familie: Mit Carlo Thränhardt (ganz links) trainierten (von links) Jule, Johanna, Cornelia, Miriam und Matthias Goer. Foto: Helmut Kemme

Halle. Tipps für besseres Tennis, ein fruchtbarer Austausch unter Athleten und jede Menge Spaß beim Spitzensport: Die Familie Goer aus Hagen a.T.W. genoss als Sieger beim Gewinnspiel der NOZ-Medien den sogenannten Fitness-Day der Gerry Weber Open in Halle-Westfalen – passiv als Zuschauer beim Halbfinal-Einzug von Roger Federer und aktiv bei einer Trainingseinheit mit dem ehemaligen Spitzensportler Carlo Thränhardt.

TV-Moderator, Buchautor, sogenannter Key Note Speaker und Vortragsreisender zu Themen wie Motivation und Lust auf Leistung: Wer Teile der zweiten Karriere des Carlo Thränhardt inklusive Auftritt im RTL-Dschungelcamp vor elf Jahren kennt, hätte einen aufgedrehten bis überdrehten 57-Jährigen erwarten können. Den Goers aber begegnete ein aufgeräumter, in sich ruhender und absolut sympathischer Hallen-Europameister des Jahres 1983 im Hochsprung.

Als Ex-Fitnesstrainer von Boris Becker in den 90er-Jahren und seit Februar amtierender Fitness- und Mentalcoach des deutschen Davis-Cup-Teams brachte der 1,99 Meter große Athlet mit den ins Gesicht hängenden, blonden Haaren nützliche Tipps für die sportliche Familie aus Hagen mit. Schon beim Aufwärmen auf dem Sandplatz-Court im Schatten des Gerry Weber Stadions animierte Thränhardt die 13-jährige Tochter Jule zur Höchstleistung mit Helfergriff an die Taille beim Strecksprung aus der Hocke: „Versuch mal, dich richtig lang zu machen“, sagte der Experte in dieser Beziehung, der mit den 2,42 Metern aus dem Jahr 1988 immer noch die zweitbeste jemals weltweit in der Halle erzielte Leistung beim Hochsprung hält – beeindruckende Höhen für Jule, selbst erfolgreich aktiv in der Leichtathletik-Abteilung des OTB.

Das Vertrauen der kleinen Miriam gewann Thränhardt mit einer Übung, die Vater Matthias mit seiner Frau ausführte und im Scherz als „Domina-Einlage“ bezeichnete: Beide Partner blicken sich in die Augen und bewegen sich breitbeinig, auf Zehenspitzen stehend, nach vorn, hinten, links und rechts – wobei einer die Richtung vorgibt und der andere folgt. Ein großer Spaß auch für die neunjährige Tochter und für Johanna (15 Jahre), aktiv als Niedersachsenliga-Fußballerin beim Osnabrücker SC.

Ballgefühl bewies die älteste Tochter am Tennisschläger, als sie bei den Ballwechseln ihren Vater – aktiver Tennisspieler auf Verbandsebene – mit präzisen Grundschlägen forderte. „Kennst du das, wenn du gegen Fußballer Tennis spielst? Technisch kaum berechenbar, aber läuferisch so gut, dass jeder Ball zurückkommt?“, lautete die Frage, die Matthias daraufhin Carlo Thränhardt zurief. Dessen wissendes Nicken nehmen unbeteiligte Kicker als Kompliment an dieser Stelle gerne mit.

„Meine Frau und ich haben Sport studiert – das färbt offenbar ab“, freute sich Vater Matthias mit Blick auf seine aktiven Kinder, die nicht einmal das kurzzeitig aufkommende Gerücht vom Platz vertreiben konnte, Profi Tomas Berdych würde den Court zum Einschlagen benötigen. „Wer ist überhaupt Berdych?“, stellte Mutter Cornelia angesichts der Begeisterung in der Familie und im Vergleich zum Abschneiden des Tschechen am Freitag genau die richtige Frage. Richtig begeistert hat die Familie dagegen das Spiel von Roger Federer. „Diese Technik, die perfekten Schläge – unglaublich“, freute sich Matthias Goer am Abend, während seine vier Frauen den Live-Auftritt von Sänger Adel Tawil auf der Showbühne genossen.


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