Viel Applaus und ein großes Aber Ossen-Cross-Sieger geehrt – Koordinator zieht sich zurück



Melle. Geschwindigkeit ist das eine beim Laufen, Ausdauer das andere. Die Teilnehmer des 24. LVM-Ossen-Cross mussten zum Abschluss der Saison ihr Stehvermögen beweisen. Die Siegerehrung der Laufserie wurde zum Applaus-Marathon. Die Freude über Altersklassen- und Gesamtsieger wurde allerdings getrübt: In der kommenden Saison braucht der Ossen-Cross einen neuen Koordinator.

Sebastian Scheiter, seit 2011 Koordinator der Laufserie, kündigte an, sich 2015 „aus erster Front zurückzuziehen“. In der Auswertung bleibt der 34-Jährige dem Cross erhalten und übernimmt damit weiter einen Großteil der zeitintensiven Arbeit hinter den Kulissen. Sein Amt als Ansprechpartner für alle Läufe wolle er aber aus beruflichen und familiären Gründen abgeben, sagte Scheiter, der für seinen Arbeitgeber weltweit unterwegs und zudem junger Familienvater ist. Ein Nachfolger für das Koordinationsamt ist bislang noch nicht in Sicht.

Vor dem Rückzug steht noch die Aufarbeitung der abgelaufenen Saison. „Tolle und spannende Wettkämpfe“ habe es 2014 gegeben, die nur „dank sehr engagierten Helferteams“ beim OTB, in Melle, Ostercappeln und Bissendorf möglich geworden seien, lobte Scheiter. Gleichwohl gab es „ein großes Aber“ in seiner Bilanz. Die Teilnehmerzahlen waren rückläufig. „Wir hatten rund ein Drittel weniger Teilnehmer als bei den Bestwerten 2006/2007“, sagte er. War das Wetter zu gut und nicht „crossig“ genug? „Ich habe mir viele Gedanken gemacht, aber bis heute nicht den Grund gefunden, warum das so ist.“ Für eine Rückschau will sich Scheiter noch mit den Veranstaltern treffen und die einzelnen Läufe analysieren.

Auch für die Siegerehrung musste Scheiter einen kleinen Wermutstropfen verkünden: Ein Paket mit Pokalen war noch auf dem Postweg. „Die werden wir natürlich entsprechend nachreichen“, entschuldigte er sich für die Logistik-Probleme. Andere Herausforderungen hatte er da schon gelöst. Bei einigen Auswertungen hatte sich trotz aller Akribie kleine Fehler eingeschlichen, die nach einigem Mailverkehr allesamt aufgelöst wurden. „Für Kritik sind wir ja immer zu haben“, sagte Scheiter. Was die Laune beim Koordinator wieder anhob: Unter den E-Mails seien auch „positive Rückmeldungen und der ein oder andere Dank“ gewesen.

Wolf-Dieter Fehling und Werner Gelhot vom SC Melle, der in diesem Jahr die Siegerehrung veranstaltete, würdigten Scheiters Arbeit. Während der TV Bad Iburg akustisch den Ehrungsmarathon gewann, hatten die Meller sportlich in der Vereinswertung die Nase vorn. „Wenn nächstes Jahr jeder von euch noch einen weiteren Läufer mitbringt, erreichen wir auch wieder bessere Zahlen“, gab Melles Leichtathletik-Abteilungsleiter Gelhot den Gästen mit auf den Weg.

Einige Läufer sind schon in der Bringschuld: Scheiter und Co. blieben auf etlichen Medaillen und Urkunden sitzen, weil nicht alle Sieger zur Ehrung gekommen waren. Nur ein Teil der Fehlenden hatte sich abgemeldet, darunter Viktor Kuk, Männer-Gesamtsieger auf der Langstrecke. Frauen-Siegerin Christin Kulgemeyer nahm ihren Preis persönlich entgegen. In der Familienwertung wurden die Kulgemeyers Sechste, der Pokal ging an Familie Dörries (Eintracht Neuenkirchen/LG Osnabrück). Bei den Schulen hatte die Gesamtschule Schinkel die Nase vorn.

Zumindest einer Unterstützung können sich die Läufer auch im kommenden Jahr weiter sicher sein: Klaus Gerdes, seit 2003 als Inhaber einer Versicherungsagentur Namenssponsor des LVM-Cross, will sich weiter engagieren. „Es ist auch für mich ein Kostenpunkt, aber ich laufe selbst mit. Insofern ist das Sponsoring für mich etwas Besonderes“, so Gerdes, der außerdem zu schätzen weiß, dass „nicht nur Leistungssportler, sondern auch Breitensportler angesprochen werden“.


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