Im Sattel durch die weite Welt Justus Ossege aus Glandorf fährt Radrennen in Dubai

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Glandorf. Seine Fußballer-Freunde beim SC Glandorf fahren für ihre Punktspiele in die Nachbardörfer – Justus Ossege reist für seinen Sport um die halbe Welt. Der 24-jährige Radsportler aus Glandorf fuhr jüngst durch Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate: an der Seite von Weltklasse-Profis wie Francisco Mancebo, Dritter der Tour de France im Jahr 2005, bei der „Tour of Sharjah“, einer Rundfahrt des Weltverbandes UCI.

„Dafür, dass ich dort quasi als Praktikant ins Rennen ging und es für mich nur ums Überleben ging, kann sich mein 42. Platz von 160 Fahrern schon sehen lassen“, beschreibt der muntere 24-Jährige seinen bisherigen Karrierehöhepunkt als Gastfahrer für das Team Adventure HQ BMC, das ihn extra für dieses Rennen engagierte und ihm den Trip und die Unterbringung in Dubai bezahlte. Normalerweise startet Ossege, der im Alter von zwölf Jahren mit dem Radfahren begann, für das in Hattingen ansässige Team „Bike-Onlineshop“, für das er in diesem Jahr bei 17 nationalen Rennen an den Start ging. Zudem absolvierte der Glandorfer 2014 Rundfahrten in Irland („The 3 Day Gorey“, 7. Platz in der Gesamtwertung), im Kosovo (Tour of Kosova, 19. Platz) sowie den 361*Cup in China. „Im Schnitt trainiere ich etwa 15 bis 20 Stunden in der Woche. Dieses Jahr saß ich 13000 Kilometer im Sattel“, sagt der Lehramtsstudent der Fächer Mathe und Geschichte an der Universität Paderborn. „Im Sommer lege ich die Fächer so, dass ich am Abend trainieren kann – im Winter fahre ich morgens“, erklärt der 24-Jährige.

„Wenn ich zwei bis drei Jahre nur für den Radsport leben würde, könnte ich vielleicht einigermaßen mit der Weltspitze mithalten“, glaubt Ossege, der in Dubai bei der Bergetappe vom Persischen Golf zum Indischen Ozean über 1200 Meter Höhendifferenz die Klasse der Topfahrer anerkennen musste, als diese „über 160 Kilometer einen 42er-Schnitt fuhren“. Dafür sei die Flachetappe danach „der Oberknaller gewesen, obwohl sie mir als potenzieller Bergfahrer mit 1,70 Meter Größe und 60 Kilo Gewicht gar nicht entgegenkam“. Ossege war aber in der vorderen Gruppe, als sich das Feld an einer Windkante teilte, und ließ als 19. im Ziel sowohl Mancebo als auch den Gesamtführenden hinter sich.

„Das Krasse in Dubai war weniger die Hitze, eher der heftige Wind, der einem den Sand in der Wüste ins Gesicht blies und den Hals austrocknete. Ich habe acht Liter pro Etappe getrunken“, erinnert sich Ossege. Jetzt lässt er das Sportjahr ausklingen – freut sich aber schon jetzt auf die Herausforderungen 2015. „Die mit 700 Metern tiefste Schlucht Europas im Kosovo, die fantastische Berglandschaft bei Dubai und die Begeisterung in China“ seien Highlights, denen er weitere hinzufügen möchte.


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