Kulgemeyer gewinnt bei Frauen Dustin Karsch läuft einsames Cross-Rennen in Ostercappeln

Von Johannes Kapitza


Ostercappeln. Das Finale der LVM-Ossen-Cross-Serie in Bissendorf verspricht Anfang Dezember Spannung: Einige bislang gut platzierte Läufer brauchen noch einen weiteren Lauf, um in die Gesamtwertung zu kommen. Beim dritten Lauf in Ostercappeln verbesserten Dustin Karsch und Christin Kulgemeyer (beide OTB) mit Siegen im 6,1-Kilometer-Hauptlauf ihre Ausgangspositionen.

„Ich bin zufrieden. Ich bin 20 Sekunden schneller als letztes Jahr“, sagte Karsch nach einem Sieg mit Heimvorteil: Ostercappeln ist sein Trainingsrevier, „ich wohne nur fünf Kilometer entfernt und kenne die Strecke“.

Sein größtes Problem am Sonntagmorgen: Die fordernde Konkurrenz fehlte, Viktor Kuk studienbedingt, Marius Hüpel erkrankt. So überrundete Karsch einige Mitläufer zwar mit lockeren Schritten, lief aber an der Spitze ein sehr einsames Rennen. „Ich habe trotzdem versucht, mein Tempo weiterzulaufen und den Lauf als Training zu nutzen.“ In 18:56 Minuten hatte er 43 Sekunden Vorsprung vor Elmar Remus (Solbad Ravensberg), der das lange Zeit spannendere Duell um die Treppchenplätze gegen Sebastian Maschmeyer (SC Herringhausen) für sich entschied.

Enger ging es bei der Frauen-Konkurrenz zu. Alina Koop (OTB) verzichtete auf die Langstrecke. „Sie ist eine 800-Meter-Läuferin und soll sich nicht überfordern“, sagte Andreas Wollherr, ihr Trainer beim OTB und gleichzeitig Crosslauf-Organisator beim Ostercappelner FV. Koop bewies ihre Klasse auf der Mitteldistanz und unterbot den Streckenrekord um knapp 30 Sekunden.

Ähnlich groß war im Hauptlauf Kulgemeyers Abstand vor Sabine Engels (Ravensberg, +28 Sekunden) und Jana Palmowski (OTB, +30). „Ich hatte Spikes, das war ein Vorteil. Nach meinem Bauchgefühl macht das eine halbe Minute auf der Strecke aus“, analysierte Kulgemeyer ihren Lauf. „Ich habe mich gut gefühlt, aber die anderen immer im Nacken gespürt. Ich musste schon das Tempo hochhalten. Sonst wären sie da gewesen.“

Auch wenn mit ihrem zweiten Rennerfolg die Chancen auf den Gesamtsieg der Serie gestiegen sind, betont Kulgemeyer: „Hauptsache, man ist dabei. Ich liebe das Laufen. Wenn ich vorne bin, ist es schön. Wenn ich nicht vorne bin, ist es auch schön.“

Mit Tochter Carolin steht bereits der laufbegeisterte Nachwuchs in den Startlöchern. „Ihr zuzusehen macht Freude“, sagte Kulgemeyer und lag damit auf einer Wellenlänge mit Andreas Wollherr. Auch wenn zu Spitzenzeiten schon mal 500 Meldungen in Ostercappeln vorlagen, war Wollherr auch mit den 244 Sportlern zufrieden, die in den verschiedenen Läufen im Ziel ankamen, ein nicht geringer Anteil davon aus den Reihen der örtlichen Grundschule. „Die Kinder können vor Ort laufen, Eltern und Großeltern stehen an der Strecke. Wenn sie die leuchtenden Augen am Start sehen, dann lohnt es sich, das zu organisieren“, sagte Wollherr, der sich über viel Unterstützung der Gemeinde freut. „Das hat auch seinen Grund“, betonte Ortsbürgermeister Peter Kovermann. Mit viel Engagement in der Vorbereitung, einer gut präparierten Strecke und vielen Startern sei der Crosslauf „ein Aushängeschild“ für Ostercappeln.

Getrübt wurde die gute Bilanz nur durch einen Sturz im Hauptlauf: Für Jens Wiesenmüller (TV GMHütte) führte der Weg nicht ins Ziel, sondern mit bandagiertem blutenden Knie und lädiertem Arm ins Krankenhaus.